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	<title>Willkommen auf der Insel der Geschichten</title>
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		<title>Der Drachenhund</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 17:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[An Land]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[nicht zu kurz, und nicht zu lang]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wollte in den Ferien mal mit meinem Hund spazieren gehen. Also zog ich meine Schuhe an, aber das war ein Fehler. Mein Hund hatte sein Geschäft in meinen Schuhen gemacht. Ich fühlte mich angeekelt und überrascht. So beschloss ich &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=97">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte in den Ferien mal mit meinem Hund spazieren gehen. Also zog ich meine Schuhe an, aber das war ein Fehler. Mein Hund hatte sein Geschäft in meinen Schuhen gemacht. Ich fühlte mich angeekelt und überrascht. So beschloss ich ihn gleich zu bestrafen. Daher suchte ich ihn, aber ich fand ihn nicht. Ich fand überhaupt niemanden. Außer meinem Häschen Anton, und der wurde zu meinem großen Entsetzen auf einmal knallrot. Außerdem richtete er sich auf, wurde immer größer, bis  er zerplatzte und überall gelber Schleim herumflog. Da wurde mir übel und ich bekam es ein wenig mit der Angst zu tun. „Hilfeeeeee!“, schrie ich. Plötzlich wurde das ganze Haus knallrot. Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter und mir wurde noch übeler vom Anblick des Hauses. „Hilfeeeeee!“ Ich schrie lauter als je zuvor und wollte weglaufen. Aber ich konnte nicht, etwas hielt mich fest. Es war mein Hund, aber aus irgendeinem Grund hatte er grüne Schuppen und zu Schlitzen verengte rote Augen mit einem durchlöcherndem Blick. Auf einmal fing er an mich mit braunen Feuerstößen zu bombardieren, dabei ließ er mich los.<br />
Als ich merkte, dass er mich losgelassen hatte, rannte ich so schnell ich nur konnte. Aber ich kam nicht vom Fleck. Deshalb schrie ich wie am Spieß. Zu meinem Entsetzten wurden die Flammen heiß wie Magma. Ich bekam noch mehr Angst als ich ohnehin schon hatte. Keine Geisterbahn der Welt hatte mir jemals mehr Angst eingejagt. Es gibt nichts, was einem mehr Angst einjagen könnte, außer die Aussicht zusammenzuschmelzen wie ein Stück Eisen. Denn genau das tat ich im Moment. Ich schmolz. Zu schmelzen gibt einem irgendwie ein warmes und friedliches Gefühl, aber gleichzeitig ist es auch erschreckend. Als ich komplett zusammengeschmolzen war, schloss ich friedlich meine Augen.<br />
Ich reiße schlagartig meine Augen auf und stelle zufrieden fest, dass es nur ein schlimmer Albtraum  gewesen war. Nun kommt meine Mutter rein und fragt: „Max, geht es dir besser? Schließlich warst du schon die ganze Woche krank.“ Stimmt. Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich bin schon die ganze Woche krank im Bett. Ich lege mich also wieder hin.<br />
Am nächsten Tag geht es mir wieder besser. Ich gehe mit meinem Hund spazieren. Es ist ein herrliches Gefühl, denn der frische Frühlingswind bläst mir um die Ohren. Auf einmal entdecke ich einen Zeugen Jehovas in einem Clownskostüm, der, auf einer Bank sitzend, den „Wachturm“ liest. Nach meinem Albtraum kommen mir die meisten Dinge selbstverständlich vor. Zum Besispiel wundert es mich nicht, dass mein Hund plötzlich anfängt zu fliegen. Ich spaziere weiter in der schönen Frühlingssonne. Als ich nach Hause komme und mein Häschen Anton mich fragt, wie es mir geht, sage ich: „Danke, gut.“</p>
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		<title>Der sehr gute Kämpfer</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 17:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Im Weltall]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kräftiger Junge namens Rex und sein Planet hieß 6er Stern. Sein Nachbarplanet hieß 5er Stern. Die Planeten 11er und 5er Stern werden angegriffen vom Todesplanet. Rex träumte seit Tagen davon ein Krieger zu sein. Er war 27 Jahre alt &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=68">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000"><span><span style="font-size: small">Ein kräftiger Junge namens Rex und sein Planet hieß 6er Stern. Sein Nachbarplanet hieß 5er Stern. Die Planeten 11er und 5er Stern werden angegriffen vom Todesplanet. Rex träumte seit Tagen davon ein Krieger zu sein. Er war 27 Jahre alt als die Todeskrieger seinen Planeten angegriffen haben. Die 6er Krieger brauchten Hilfe. Deshalb holten sie Rex ins Team. Doch sie brauchten mehr als einen. Darum vereinen sich der 6er 5er Stern. Und gemeinsam besiegen sie den Todesplanet. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000"><span><span style="font-size: xx-small"><em>ENDE</em></span></span></span></p>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" class="alignnone size-full wp-image-71" /></a></p>
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		<title>Der Fischer und seine Frau</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 17:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[An Land]]></category>
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		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war einmal ein junger Fischer mit seiner Frau. Er angelte und angelte, denn angeln war sein Leben. Doch an einem besonders tollen Angeltag kam eine mächtige Ölpest. Alles im und am Fluss starb. Der Fischer war extrem traurig. Doch &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=66">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal ein junger Fischer mit seiner Frau. Er angelte und angelte, denn angeln war sein Leben. Doch an einem besonders tollen Angeltag kam eine mächtige Ölpest. Alles im und am Fluss starb. Der Fischer war extrem traurig. Doch als er eine Woche später kam und merkte das ein Fisch überleben konnte, war er überglücklich. Seine Frau fand das ziemlich doof, denn sie haßte alles Lebendige. Der Fisch wollte ihm zwei Wünsche erfüllen. Der Fischer wünschte sich, dass im Fluss wieder Fische leben. Seinen zweiten Wunsch sagte er dem Fisch am nächsten Tag. Er wünschte sich, dass es keine Ölkatastrophen mehr gab oder geben würde. Einen Monat nach dem Erscheinen des Fisches fragte ihn ein Reporter: „Was würden Sie ändern wollen?“ Der Fischer war dafür, die Ölinseln auf der ganzen Welt abzuschaffen, weil sie die Umwelt gefährden. Die Zeitung für die der Reporter Berichte sammelte hieß: „World Newspaper“, und die las man überall. Und so kam es, dass selbst die Mitarbeiter der Ölinseln dem Fischer zustimmten. Sie suchten sich andere Arbeit, und so wurde kein Öl mehr gefördert. Nur die Frau des Fischers war für Ölinseln. Als der Fischer das erfuhr, wollte er nicht mehr mit ihr zusammen leben.</p>
<p><span style="font-size: x-small;"><em>Ende</em></span></p>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img class="alignnone size-full wp-image-71" title="icon_stern" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" /></a></p>
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		<title>Die Dracheninsel</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 19:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aris</dc:creator>
				<category><![CDATA[An Land]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[ausführlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestrandet Blitze zuckten über den rabenschwarzen Nachthimmel. Draußen sang Sturmwind sein schauriges Lied, doch hier drinnen war es toten still. Vorhin war mit lautem Krachen der Mast geborsten und auf das Vorschiff gefallen, die Erschütterung hatte das ganze Schiff zum &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=60">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestrandet<br />
Blitze zuckten über den rabenschwarzen Nachthimmel. Draußen sang Sturmwind sein schauriges Lied, doch hier drinnen war es toten still. Vorhin war mit lautem Krachen der Mast geborsten und auf das Vorschiff gefallen, die Erschütterung hatte das ganze Schiff zum Beben gebracht. Nun flatterten noch die kläglichen Reste der Segel im Wind. Die „Santa Maria“ war hoffnungslos verloren.<br />
Doch davon wusste Pia noch nichts. Sie saß eingesperrt im untersten, dunkelsten Laderaum, und dachte nach. Seit Stunden schon hatte sie keinen Laut mehr gehört. Hatten die Piraten das Schiff verlassen? Obwohl sie die Aussicht allein einem Geisterschiff zurückgeblieben zu sein, etwas erschreckte, erkannte sie doch die Chance, die darin für sie lag. Energisch und mit neuer  Kraft zerrte sie an den Fesseln, die sie an einen großen Eisenring hielten, an dem sonst die Ladung vertäut wurde. Dann war sie frei. Endlich!<br />
Pia sprang auf, reckte und streckte sich. Drei lange Tage hatte sie sich nicht bewegen können. Langsam und vorsichtig stieg Pia die steilen Stufen hinauf an Deck und sah sich um. <span id="more-60"></span><br />
Überall bot sich ihr ein Bild der Zerstörung: der Sturm der letzten Nacht hatte ganze Arbeit geleistet. Doch das störte Pia im Moment nicht so sehr. Vielmehr freute sie sich, dass sie diese elenden Piraten los war.<br />
Dann untersuchte Pia die Vorräte und ihre Freude legte sich. Sie wusste, dass das wichtigste an Bord eines Schiffes die Trinkwasservorräte waren. Ohne Wasser würde sie keine Woche mehr überleben. Pia ging zum ersten Wasserfass und kostete vom kühlen Nass. Es schmeckte salzig. Das Seewasser, vom Sturmwind hochgewirbelt, war in die Fässer eingedrungen und hatte das Trinkwasser verdorben.<br />
Nun war Pia ratlos. Was nützte ihr der trockene Schiffszwieback, den der Koch bestimmt haufenweise in der Kombüse gelagert hatte! Sie brauchte frisches, klares, süßes Wasser, das sie trinken konnte.<br />
Niedergeschlagen ging Pia zur Reeling und schaute hinunter auf das Wasser. So hatte sie sich ihr Leben als Matrose wirklich nicht vorgestellt.<br />
Unten im Wasser plätscherte es. Pia merkte es nicht gleich. Sie tief war in trüben Gedanken versunken. Wieder ein Plätschern.<br />
Nun sah Pia hinunter, und erkannte: „Ein Delfin!“ rief sie fröhlich. Soviel wusste sie schon aus den Geschichten der erfahrenen Seeleute: Delfine waren ein gutes Zeichen. Sie retteten Schiffbrüchige aus der Seenot. Delfine mochten die Menschen und halfen ihnen.<br />
Aufgeregt hüpfte Pia von einem Bein auf das andere. Ob dieser Delfin sie retten könnte?<br />
Aber wo sollte er sie hinbringen? Sie konnte ja nicht ewig auf seinem Rücken die Weiten der Ozeane durchqueren.<br />
Es schien fast so, als wollte der Delfin Pias Aufmerksamkeit auf sich lenken. Er führte Sprünge aus, gab drollige Geräusche von sich, und immer wieder spritzte er mit seiner Schwanzflosse Wasser gegen den Rumpf des Schiffes. Pia schaute dem Delfin zu, und hatte schon fast ihre Sorgen vergessen. Das Kreischen eines Vogels schreckte sie auf.<br />
Konnte das wahr sein? Verwundert rieb Pia sich die Augen. Es gab keine Vögel auf dem weiten Meer! Aber wenn es doch kein Traum war &#8211; Pia kniff sich vorsichtshalber, um ganz sicherzugehen – dann konnte das nur eines bedeuten: „Land!“ Ganz in der Nähe musste Land sein!<br />
Pia sah sich um. Da vorne am Horizont, da musste eine Insel sein. Und die Strömung trieb das Schiff genau darauf zu. Pia klatschte in die Hände vor Freude. Ungeduldig blickte sie auf die Wellen, die das behäbige Schiff Stückchen für Stückchen vorwärts trugen.<br />
Es würde noch Stunden dauern, bis sie auf diese Weise auch nur in die Nähe der Insel gelangte! Pia dachte nach. Wieder führte der Delfin unten im Wasser lustige Sprünge aus und gab drollige Geräusche von sich, so das Pia lachen musste.<br />
Dann kam ihr die rettende Idee: der Delfin konnte sie doch hinüber zu Insel tragen!<br />
Nur: wie konnte sie nach unten zu ihm gelangen? Die Bordwand des Schiffes war mehrere Meter hoch, und Pia konnte weder schwimmen, noch traute sie sich einen solchen Sprung in die Tiefe zu.<br />
Da fiel ihr die Strickleiter ein, die dazu genutzt wurde, um Schiffbrüchige an Bord nehmen zu können. Aber wo in diesem Durcheinander konnte sie die hier finden!<br />
Pia hatte Glück: schon nach einer halben Stunde zog sie ein zusammengerolltes Bündel aus einem Fass, das sich als das gesuchte herausstellte. Pia befestigte das eine Ende der Leiter an der Reeling, und warf das andere Ende in die Tiefe.<br />
So ein Pech! Die Leiter reichte nicht bis ganz zum Wasser. Ungefähr zwei Meter fehlten noch.<br />
Die werde ich schon schaffen, sprach Pia sich Mut zu, kletterte über die Bordwand und hangelte sich, Sprosse für Sprosse, hinunter. Ein bisschen mulmig war ihr doch, aber der Delfin und der Vogel munterten sie, jeder auf seine Weise, wieder auf.<br />
Nun war Pia am Ende der Strickleiter angelangt. Sie hing mit ihren Händen an der letzten Sprosse, und siehe da: ihre Füße berührten fast das Wasser. Denn Pia war immerhin schon vierzehn Jahre und einen ganzen Meter und sechzig Zentimeter groß.<br />
Unsicher nahm Pia auf dem Rücken des Delfins Platz. Er hatte direkt unter ihren Füßen gewartet, so dass sie sich nur setzen brauchte, und noch nicht mal nass geworden war. Der Vogel, der aus luftiger Höhe alles beobachtet hatte, zwitscherte fröhlich und flog in Richtung Insel voraus.<br />
Pia konnte es immer noch kaum glauben. „Das ist wirklich das wunderbarste, was mir je passiert ist“, sagte sie zu sich. „Wenn ich das mal jemandem erzähle, das glaubt mir kein Mensch!“ lachte sich. Pia genoss diese seltsame Seereise.<br />
Nach einiger Zeit kamen weitere Delfine aus den Tiefen des Meeres, Pia hätte nicht sagen können, woher. Etwas unheimlich ist es schon, dachte Pia. Wer weiß, welche Geheimnisse die dunklen Meere noch bergen?<br />
Die Sonne stand hoch am Horizont, als Pia am Strand der Insel an Land ging. Der feine Sand war heiß von der Hitze des Tages, und Pia hüpfte schnell zurück ins flache Wasser, wo die Wellen ihre Knöchel umspülten. Diese Insel strahlte eine Wärme aus! Als wäre sie ein Ofen, überlegte Pia.<br />
Sie war neugierig und wollte die Insel erkunden, aber erst nachdem sie sich bei ihren neuen Freunden bedankt hatte.<br />
Sie streichelte den Delfin sanft über den Kopf. „Danke, ohne dich wäre ich verloren gewesen“, sagte sie. „Ich hoffe, auch ich werde dir einmal helfen können. Obwohl, noch mehr hoffe ich, dass wir beide von nun an nie mehr in Not geraten!“ setzte sie lachend hinzu.<br />
Der Vogel umflatterte Pia in luftiger Höhe, und so sehr Pia auch lockte, er ließ sich nicht auf ihrer Hand oder auch nur in ihrer Nähe nieder. „Auch dir danke ich!“ rief Pia zu ihm hinauf.<br />
Nicht weit vom Wasser wiegten sich Kokospalmen im warmen Inselwind. Sie trugen reife Kokosnüsse, und etliche Früchte waren auch schon heruntergefallen.<br />
Pia konnte die süße Kokosmilch schon schmecken, aber noch war die Nuss zu. Über den heißen Strandsand hatte sie es geschafft, nun saß sie im kühlen Schatten und grübelte darüber nach, wie eine Kokosnuss zu öffnen sei.</p>
<p>Aufgewachsen war Pia in einer kleinen Hafenstadt, in der es alle Tage Fisch gab und die Mädchen niemals Zeit hatten, den Geschichten der Seeleute im Hafen zu lauschen. Wäre sie ein Junge gewesen, so wüsste sie sicherlich, was zu tun sei, ärgerte sie sich.<br />
Ganz gewiss kannten erfahrene Seeleute sich aus mit dem Überleben auf einsamen Inseln mitten im Meer. Nur: Pia war keine erfahrene Seefrau.<br />
Gerade einmal drei Monate hatte sie, als Junge verkleidet, auf einem großen Kauffahrtsschiff als Matrose gelebt und gearbeitet, als sie von Piraten überfallen worden waren.<br />
Die Mannschaft war entweder im Kampf gestorben oder von den Piraten in die Sklaverei verkauft worden. Nur Pia hatten die Piraten auf ihrem Schiff behalten. „Du bist noch jung, und du hast Mut!“ hatte der Piratenkapitän anerkennend zu ihr gesagt. „Dich werden wir ausbilden. Es wäre doch gelacht, wenn aus dir kein tüchtiger Pirat werden würde.“<br />
Pia hatte sich aber geweigert, und darum war sie in den dunklen Lagerraum gesperrt worden.<br />
Doch nun hatte der Sturm die Piraten fortgespült &#8230; und wenn sie auch auf dieser Insel gelandet waren?<br />
Pia erschrak. Hatte da nicht eben etwas geraschelt? Nein, es war nur der kleine Vogel gewesen.<br />
Er kam aus dem Gebüsch gehüpft, und trug einen scharfkantigen Stein im Schnabel. Vor Pias Füßen ließ er ihn fallen. Pia nahm den Stein auf, drehte und wendete ihn.<br />
Was konnte man damit schon anfangen? Sie beobachtete den Vogel, der zu einer Kokosnuss flatterte, und mit seinem Schnabel an die Schale pickte.<br />
Pia lachte: „So wird das nie was, mein Freund!“<br />
Dann besah sie den kleinen Stein, den ihr der Vogel gebracht hatte, dachte nach und wurde rot. „Natürlich! Ich kann einen spitzen Stein benutzen, um die harte Schale zu knacken!“ rief sie aus. Sie schämte sich, dass sie nicht gleich darauf gekommen war.<br />
Und dann schmeckte sie tatsächlich die süße Kokosmilch in ihrem Mund. Das tat gut! Erfrischt, und voller neuer Energie, beschloss Pia nun die Insel zu erkunden. Wer wohl hier wohnte? Ob es auch Menschen hier gab? Vielleicht waren schon früher einmal Schiffbrüchige hier an Land gespült worden? Pias Herz klopfte vor Aufregung. Dies war ein Abenteuer nach ihrem Geschmack. Dies war etwas anderes als das öde Deckschrubben, oder das trockene Schiffszwieback essen.</p>
<p>Drei lange Tage hatte Pia nun nichts außer Kokosmilch und Kokosnuss zum Essen und Trinken gehabt. Langsam bekam sie Sehnsucht nach dem trockenen Schiffszwieback. Die Insel war bestimmt voller tropischer Früchte – aber Pia traute sich nicht, den Dschungel der die Insel bedeckte zu betreten. Denn immer, wenn sie von den Kokospalmen am Strand aufbrach und gerade das erste grüne Lianengewirr erreicht hatte, erklangen schaurige Geräusche aus dem Inneren der Insel. Bestimmt ist das der Inselgeist, überlegte Pia, der will nicht, dass jemand seine Ruhe stört.<br />
Unschlüssig wanderte Pia am Strand auf und ab. Sie hatte schon versucht, die Insel zu umrunden, aber die Bucht in der sie gelandet war wurde an beiden Seiten von schroff aufragenden Felsen begrenzt. Sie hatte überlegt, die Insel schwimmend zu umrunden, jedoch: sie konnte ja gar nicht schwimmen. Der Delfin hätte ihr dabei vielleicht helfen können, aber der war nirgends zu entdecken.</p>
<p>Pia beschloss, dass sie nun etwas unternehmen musste. Sie nahm all ihren Mut zusammen, und betrat den Dschungel. Sofort ertönten die unheimlichen Geräusche wieder. Man wusste also, dass sie da war.<br />
„Hallo? Ist da jemand?“ rief Pia laut, und ihre Stimme zitterte kein bisschen. „Irgend jemand? Oder nein, nicht irgend jemand. Wenn ihr Piraten seid, dann braucht ihr nicht zu antworten. Auch schiffbrüchige Piraten nicht. Aber vielleicht seid ihr ja auch auf dieser Insel gestrandet. Mein Name ist Pia, und mein Schiff hat im Sturm Schaden genommen. Deshalb bin ich jetzt hier.“<br />
Plötzlich war es still. Das gruselte Pia fast noch mehr als das Knacken, Knistern und Heulen vorher. „Ist da jemand?“ wiederholte sie. „Ich bin so allein, und ich will so gerne nach Hause“, fügte sie ganz leise hinzu.<br />
Lianen wurden zur Seite geschoben, Büsche auseinander gebogen, etwas großes und schweres kam auf Pia zu. Jetzt brauche` ich auch nicht mehr weglaufen, dachte Pia bei sich. Also blieb sie stehen, und harrte der Dinge die da kamen.</p>
<p>Zuerst sah Pia den Kopf. Es war ein großer Kopf, viel größer als ihr eigener, und er war mit grün glänzenden Schuppen bedeckt. Zwei riesige Augen, so groß wie Pias Fäuste, guckten sie an. Aus der Nase pustete warme Atemluft, die Pia fast umgeworfen hätte. Im Mund blitzten Reihen weißer Zähne, und es roch nach Rauch und Schwefel. Dann kam der massige Körper zum Vorschein. Er war ungefähr doppelt so groß wie Pia, und wie der Kopf von grün glänzenden Schuppen bedeckt.<br />
„Bist du &#8230; bist du ein Drache?“ stotterte Pia.<br />
Das Wesen nickte. „Du bist also Pia“, sagte es mit tiefer Stimme. „Seit drei Tagen bringst du mich nun um den Schlaf, du kleines Menschlein.“<br />
Pia nickte erstaunt. Woher kannte diese Kreatur ihren Namen? Ja genau, richtig: sie selbst hatte ihn ja in den Dschungel gerufen. „Und du jagst mir seit drei Tagen einen Schreck nach dem anderen ein. Wie heißt du eigentlich?“<br />
Der Drache besah Pia von oben bis unten, dann betrachtete er sich selbst von den Zehenspitzen bis hin zum Schuppenschwanz. Er flatterte dazu noch ein paar mal ungelenk mit den Flügeln, dann schwieg er.<br />
Pia ließ nicht locker. „Sag schon, wer bist du? Wie nennen dich deine Freunde?“<br />
Dicke heiße Tränen stiegen in die Drachenaugen. Schniefend sank der Drache zu Boden.<br />
Vorsichtig kam Pia näher. „So ein großer Junge und heult!“ sagte sie vorwurfsvoll. So hatte sie es bei den Erwachsenen gehört. Doch sie hatte es nie gehört. Keiner heulte einfach so, ohne Grund. „Kann ich dir helfen?“ fragte sie freundlich, und klopfte mit ihrer Hand auf die Drachenschulter. Der große Grüne schaute auf. „Wie kannst du Menschlein mir schon helfen?“ schluchzte er. „Du bist doch selbst noch ein Kind!“<br />
Nun sah Pia an sich herunter. „Stimmt“, murmelte sie. „Aber ich bin immerhin schon vierzehn! Und ich habe gegen wilde Piraten gekämpft und Stürme überstanden.“<br />
Der Drache lächelte. „Übertreibst du nicht etwas?“<br />
Pia wurde rot. Ja, so ganz stimmte das nicht, aber &#8230; „Sag mal, sprechen alle Drachen die Menschensprache?“ fragte Pia und kam sich furchtbar schlau dabei vor.<br />
Der Drache nickte. „Ja, das können alle Drachen. Wusstest du das nicht?“<br />
Pia schüttelte den Kopf. Und schon lag ihr die nächste Frage auf der Zunge: „Sag mal, sind alle Drachen so groß und so grün wie du?“<br />
Der Drache seufzte wieder, und Tränen kullerten über sein Gesicht.<br />
Pia verstand. Bestimmt war der Drache ganz allein hier auf der Insel, genau wie sie. Und bestimmt dachte er oft an die anderen Drachen und vermisste sie schrecklich.</p>
<p>„Ich heiße Sato“, begann der Drache schließlich zu erzählen. „Hier auf dieser Insel bin ich aus dem Ei geschlüpft. Alles, was ich über Drachen und Menschen und überhaupt alles was ich weiß, habe ich von den Tieren des Dschungels gelernt.“<br />
Pia nickte mitfühlend. „Ich bin in einer kleiner Hafenstadt aufgewachsen. Das Leben war langweilig dort, und ich hatte nie Zeit zum spielen. Immerzu musste ich Mutter helfen: Wäsche war zu waschen, der Hof war zu fegen, das Essen war zu kochen, und wenn doch mal wirklich nichts zu tun war, dann musste ich sticken und häkeln. Ich hätte stattdessen lieber lesen und schreiben gelernt wie meine Brüder.“<br />
Sato hatte aufmerksam zugehört. Dann sprach er: „Ich wohne schon sehr lange auf dieser Insel, aber ich kenne die Menschen nur vom Hörensagen.“<br />
Pia erwiderte: „Ich bin zwar noch jung, aber auch ich kenne Drachen nur von alten Geschichten. Die Menschen haben Jagd auf euch gemacht, nicht wahr? Kein Wunder, dass du hier auf dieser abgelegenen Insel wohnst. Hier bist du sicher vor den Menschen.“<br />
Sato lachte. „Ja, bis jetzt war ich das. Doch dann hat Fiona dich an den Strand getragen. Die Tiere des Dschungels haben mir davon berichtet, und ich – ich habe mich vor Angst in meiner Höhle verkrochen, und so gezittert dass die ganze Insel bebte!“<br />
Nun lachte auch Pia. „Aber vor mir brauchst du doch keine Angst zu haben. Ich bin ja auch viel kleiner als du!“<br />
Sato nickte nachdenklich. „Als die Strandkrabben, die dich als erstes gesehen hatten, mir von deiner ungeheuren Größe berichteten, da habe ich geglaubt, ein wahrer Riese treibe am Strand sein Unwesen.“<br />
Pia kicherte: „Aus der Sicht einer Strandkrabbe bin ich ja auch ein Riese – aber im Vergleich mit dir“, Pia stellte sich neben Sato, der sich nun zu seiner vollen Größe aufrichtete, „bin ich ein Zwerg.“<br />
Pia reichte Sato gerade mal bis zum Bauchnabel.<br />
„Aber ich muss sagen, für deine Größe bist du ungeheuer mutig“, sagte Sato, und legte vorsichtig seine Pranke auf Pias Schulter.</p>
<p>Der kleine Vogel, den Pia schon auf dem Piratenschiff gesehen hatte und der sie dann zur Insel begleitet hatte, saß unweit von den beiden auf einem Ast.<br />
Als Pia ihn erkannte, winkte sie ihm freundlich zu. „Schau Sato, diesem Vogel habe ich viel zu verdanken!“ rief sie fröhlich.<br />
Sato stutzte. „Nanu? Ihr kennt euch?“<br />
Pia nickte aufgeregt, doch dann hielt sie inne. „Was soll das heißen: Ihr kennt euch? Ist dieser Vogel etwa einer deiner Freunde?“ fragte sie erstaunt.<br />
Sato nickte. „Das ist Dodo. Er ist mein bester Freund. Er ist, glaube ich, noch älter als ich, und hat, im Gegensatz zu mir, schon viel von der Welt gesehen.“<br />
Pia blieb vor Staunen der Mund offen stehen: „Du verstehst also auch die Sprache der Vögel?“<br />
„Na klar, wieso nicht?“ antwortete Sato achselzuckend.<br />
„Na weil &#8230; weil &#8230; weil ich kein anderes Lebewesen kenne, dass alle Sprachen der Welt versteht – und spricht!“ erklärte Pia.<br />
„Nun, ich bin eben ein Drache“, meinte Sato. </p>
<p>Zufrieden spazierten die beiden über die Insel. „Es ist wunderschön hier!“ sagte Pia  immer und immer wieder. Süße, wohlschmeckende Früchte wuchsen in Hülle und Fülle in den riesigen Bäumen. Die allerleckersten allerdings wuchsen hoch in den Wipfeln, wo Pia sie nicht erreichen konnte. Dodo half ihr, und warf ihr ein ums andere Mal eine Banane, oder eine Mango, oder eine Kokosnuss hinunter.<br />
„Es ist so wunderschön hier!“ sagte Pia wieder. Sie hatten gerade den Inselstrand erreicht, auf dem Pia gelandet war. Da keimte ein schrecklicher Verdacht in ihr auf. „Sag mal, Sato, gibt es eigentlich  auch Menschen auf der Insel?“ fragte sie so beiläufig wie möglich.<br />
„Ja, natürlich“, antwortete Sato, und Pia plumpste vor Schreck die Kokosnuss aus der Hand.<br />
Doch dann fiel ihr ein, dass Sato einen ausgeprägten Sinn für Humor hatte.<br />
„Ich meinte selbstverständlich: gibt es außer mir noch andere Menschen auf der Insel?“<br />
Sato nickte: „Ja, wie ich schon sagte. Am Nordufer der Insel, da wo die Sonne niemals scheint, haben Piraten einen Stützpunkt errichtet.“ Nun blieb Pia vor Schreck der Bissen im Halse stecken.<br />
Als sie sich ausgehustet hatte, sagte sie: „Da habe ich ja großes Glück, dass ich ihnen nicht direkt in die Arme gelaufen bin.“<br />
Sato schüttelte den Kopf. „Fiona hätte dich nirgendwo anders abgesetzt als in der geheimen Bucht. Ach so, dass weißt du ja noch gar nicht. Darf ich vorstellen? Dies hier ist die geheime Bucht.“<br />
Sato breitete die Arme aus und zeigte den Strand entlang. „Diese Bucht kann man nicht mit dem Schiff erreichen. Scharfe Klippen und spitze Korallen machen jede Durchfahrt unmöglich. Vom Dschungel aus könnte man zwar hier her kommen, aber die Piraten haben diesen Teil der Insel noch nie erkundet. Sie scheinen überhaupt nur wenig neugierig zu sein. Sie sind meistens in der Nähe ihrer Schiffe zu finden.“<br />
Pia hatte aufmerksam zugehört. „Fiona – das ist der Delfin, nicht wahr?“ fragte sie dann.<br />
Sato verneinte. „Fiona ist die Delfin, nicht der“, korrigierte er milde.<br />
Pia schüttelte lachend den Kopf. „Aber das geht doch nicht. &#8216;Delfin&#8217; ist eben ein der-Wort.“ Sie nickte, um ihre Aussage zu bekräftigen.<br />
„Und was glaubst du, wie das bei DEN Delfinen so mit den Babies geht?“ fragte Sato grinsend. „Meinst du vielleicht, das der Delfin &#8230;“<br />
Das Glucksen und Kichern Fionas unterbrach sie. Pia lief ein Stück ins Wasser, um sie streicheln zu können. Sato tappte ungelenk hinterher.<br />
„Sag mal, wie habt ihr euch kennen gelernt?“ fragte Pia neugierig.<br />
„Nun ja“, murmelte Sato. „Das ist keine ruhmreiche Drachengeschichte. Das ist eine peinliche Drachengeschichte“, sprach er und ließ den Kopf hängen.<br />
Pia nickte mitfühlend. Dann bat sie noch einmal: „Sag, wie seid ihr euch begegnet? Ich meine, der Drache ist ein Wesen der Lüfte, und die Delfine sind Wesen des Wassers.“<br />
Sato schaute bekümmert. „Genau das ist ja mein Problem. Auf meinem Rücken, siehst du, da habe ich zwar Flügel, aber die sind viel zu klein. Niemals könnten sie so etwas großes wie mich tragen.“<br />
Pia schüttelte heftig den Kopf. „Es gibt auch sehr große Vögel, und außerdem: alle Drachen können fliegen.“<br />
Sato guckte Pia lange an, dann sagte er: „Mag sein, aber ich kann es nicht. Deswegen habe ich versucht, das Schwimmen zu erlernen. Aber auch dazu bin ich wenig geeignet. Wenn nicht Fiona in der Nähe gewesen wäre, wer weiß, was aus mir geworden wäre. Tja, und so haben wir uns kennengelernt.“<br />
Nun war auch Pia betrübt. „Das heißt, du kannst diese Insel nicht verlassen?“ fragte sie dann.<br />
Sato nickte. „Genau, ich kann diese Insel nicht verlassen. Aber das ist kein Grund, traurig zu sein. Die meisten die hier leben können diese Insel nicht verlassen. Selbst Dodo kann nicht solange fliegen.“<br />
„Aber du sagtest doch, Dodo sei schon weit in der Welt herum gekommen!“ widersprach Pia.<br />
„Und weißt du, wie er das macht?“ fragte Sato.<br />
Pia zuckte mit den Schultern. „Nun sag&#8217; schon!“ drängelte sie.<br />
„Er setzt sich in den Mastkorb eines vorbeifahrenden Schiffes. So kommt er weit herum, nur -“ „Nur der Heimweg ist etwas schwierig. Er kann ja schlecht den Kapitän des Schiffes nach dem Ziel der Reise fragen“, ergänzte Pia.<br />
„Nein“, widersprach Sato. „Das ist kein Problem. Dodo versteht die Sprache der Menschen, denn er ist unter Menschen aufgewachsen. Nur ist das für mich keine Möglichkeit. Ein großer Drache wie ich kann sich nur schlecht im Mastkorb verstecken.“<br />
Pia kicherte, wurde aber gleich wieder ernst.<br />
„Das bedeutet, dass du auf dieser Insel fest sitzt. Genau wie ich“, stellte sie betrübt fest.  </p>
<p>Von Drachen und Menschen<br />
Pia hatte beschlossen, die Insel zu erkunden. Sato war ihr nur zögernd gefolgt.<br />
„Wir müssen uns das Piratennest unbedingt aus der Nähe ansehen“, hatte Pia gesagt.<br />
„Warum denn das?“ hatte Sato gemurrt. „Wir haben hier alles, was wir brauchen. Essen, trinken, und Unterkunft. Du kannst gerne in meiner geräumigen Höhle übernachten.“<br />
„Ach Sato, das ist lieb von dir“, hatte Pia geantwortet. „Aber ich kann hier keine Minute ruhig schlafen, wenn uns jederzeit Piraten angreifen könnten!“<br />
„Das habe ich doch gesagt: die bleiben immer in der Nähe ihrer Schiffe!“ hatte Sato beharrt.<br />
„Und was tun sie da?“ hatte Pia gefragt.<br />
Sato hatte die Achseln gezuckt.<br />
„Genau, und deswegen schauen wir besser mal nach.“<br />
Die Erkundung des Piratenlagers endete abrupt an einer tiefen Felsspalte, die sich quer durch die gesamte Insel zog.<br />
„Hier kommen wir nicht weiter“, erklärte Sato vergnügt. „Lass uns also umkehren.“<br />
Pia schüttelte den Kopf. „Wir bleiben“, ordnete sie an. „Du hattest diese Spalte gar nicht erwähnt. Vielleicht ist sie neu? Vielleicht gab es ein Erdbeben?“ fragte Pia, mehr an sich selbst als an Sato gewandt.<br />
„Diese Felsspalte ist beileibe nicht neu“, erwiderte Sato. „Sie ist schon hier, seit ich auf dieser Insel bin.“<br />
„W-a-a-a-a-s?“ entfuhr es Pia.<br />
„Nun ja“, antwortete Sato achselzuckend. „Das hatte ich schon fast vergessen. Ich bin schon lange nicht mehr hier gewesen. Mir gefällt es in meiner Höhle, weißt du? Warum soll ich dann lange Wanderungen unternehmen?“<br />
„Du bist nicht gerade der Mutigste, oder?“ schlussfolgerte Pia.<br />
Sato haschte gerade nach einem großen bunten Schmetterling. „Was, ich und mutig? Nein, bisher bin ich auch ohne Mut gut zurecht gekommen.“<br />
Ohne ein weiteres Wort drehte Sato sich um, und ging zurück in den Dschungel.<br />
Pia schaute ihm bedrückt nach. Langsam verschwand der große Grüne zwischen dem Gewirr aus Lianen, Ästen und Blättern. „Halt, warte! Du brauchst doch jetzt keine Angst mehr zu haben – zu zweit sind wir ganz bestimmt mutig!“ rief sie.<br />
Sato drehte sich erstaunt um. Er stand keine zwei Schritte vor Pia.<br />
„Du brauchst nicht so zu schreien, ich höre sehr gut“, sagte er vorwurfsvoll.<br />
„Ich &#8230; ich habe dich gar nicht mehr gesehen“, stotterte Pia. „Es war, als hättest du dich in Luft aufgelöst!“ Eine Weile dachten beide schweigend über dieses Rätsel nach.<br />
Dann huschte ein Lächeln über Satos Gesicht. Er trat einen Schritt zurück, und wieder verschmolz vor Pias Augen das grün glänzende Schuppenkleid des Drachen mit dem grünen, sonnendurchfluteten Blätterdach zu einer Einheit.<br />
„Unglaublich! Du bist kaum zu erkennen!“ rief Pia aus.<br />
Sato trat wieder vor, und sah nun sehr zufrieden aus. </p>
<p>„Erzählst du mir jetzt die Geschichte?“ bat Pia.<br />
„Welche Geschichte?“ fragte Sato erstaunt.<br />
Sie hatten gerade unweit der Schlucht ihr Lager aufgeschlagen. Pia hatte darauf bestanden, denn sie hatte auf der anderen Seite Reste von Seilen und behauenen Holzstangen gesehen. Um Sato aber nicht unnötig zu beunruhigen, hatte sie ihm nichts davon berichtet und nur gesagt, es wäre besser diese Schlucht im Auge zu behalten.<br />
Sato, der sehr stolz auf seine gerade entdeckte Fähigkeit zur perfekten Tarnung war, hatte eingewilligt.<br />
„Nun, die Geschichte. Was ist damals passiert? Warum fürchtest du dich, mutig zu sein?“<br />
Sato seufzte. „Na gut. Du wirst ja doch nicht eher Ruhe geben. Also hör zu: Ich war nicht immer allein auf dieser Insel. Früher, als ich noch ganz klein war, lebten viele Drachen hier. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, und um ehrlich zu sein, vielleicht war es auch nur ein Traum.<br />
Doch eines ist sicher: Die rote Drachin, die hat es wirklich gegeben. Ihre Schuppen glänzten in der Sonne wie Feuer. Wir spielten oft zusammen, wir waren ja noch klein, und aus irgendeinem Grund ganz allein. Ich weiß, dass wir oft Ausschau gehalten haben nach den anderen Drachen. Wir wussten, eines Tages würden sie zurückkommen. Wir flogen &#8230;“<br />
„Ihr seid geflogen? Du und die rote Drachin? Also kannst du doch fliegen!“ unterbrach Pia aufgeregt.<br />
Sato winkte müde ab. „Ja, das war damals. Damals war das Fliegen noch sicher.<br />
Wir hielten also Ausschau. Aber die Drachen kamen nie. Stattdessen tauchten Schiffe am Horizont auf, kamen immer näher und gingen am Strand vor Anker. Wir waren neugierig, und wollten uns das aus der Nähe ansehen. Wir umkreisten die Schiffe – wie gesagt, damals waren wir noch klein. Wären wir bei Nacht gekommen, hätten wir uns problemlos im Mastkorb verstecken können. Aber wir kamen bei Tag. Die Menschen erschraken furchtbar bei unserem Anblick. Sie wollten die Insel sofort wieder verlassen, aber ihr Anführer erlaubte es nicht. Er zwang alle am Strand zu bleiben und das Lager aufzuschlagen.<br />
Wir sahen ihnen neugierig zu. Doch das gefiel ihnen nicht. Sie fuchtelten mit langen Stangen, um uns zu vertreiben. Wir aber hielten das für ein Spiel. Als sie mit ihren Stangen kleine Feuerstöße abgaben, da stupste die rote Drachin mich an und sagte: guck mal, das kann ich auch!<br />
Und sie stieß einen kleinen Feuerball aus. Ich probierte es auch, verschluckte mich aber am Rauch und musste husten. Ich flog also zurück zum Wald, denn es ist schwierig gleichzeitig zu fliegen und zu husten.<br />
Die rote Drachin spielte weiter mit den Feuerbällen. Doch dann traf sie eine der roten Kugeln der Menschen. Sie schrie auf vor Schmerz, flatterte mit letzter Kraft zurück in den Wald, fiel zu Boden und war tot.“<br />
Wieder und wieder wischte Pia sich die Tränen aus den Augen. Es half nichts. Schließlich gab Pia auf, und schluchzte das es einen Stein erweichen konnte.<br />
Oh, Pia konnte gut verstehen, wie Sato sich fühlte! Eine ihrer besten Freundinnen war vor Jahren am Fieber verstorben. Morgens hatten sie noch alle zusammen gespielt, mittags dann klagte sie über Hitze und Kopfschmerzen, am Abend war sie tot.<br />
Pia hatte den ganzen Nachmittag neben ihrem Bett gestanden. Aber weder sie noch der eilig herbeigerufene Arzt hatten etwas ausrichten können.<br />
„Piraten sind ganz schreckliche Menschen“, sagte Pia wütend.<br />
„Nein, ich gebe ihnen keine Schuld“, widersprach Sato. „Sie haben getan, was sie für richtig hielten, sie haben sich nur verteidigt“, sagte er ruhig.<br />
Pia fuhr hoch. „Wie kannst du so etwas sagen? Sie haben sie einfach umgebracht!“<br />
„Beruhige dich“, winkte Sato ab. „Für Menschen sind wir Drachen wie lästige Fliegen. Wenn wir ihnen zu nahe kommen, schlagen sie nach uns.“<br />
Pia sah traurig aus. „Ich finde, Drachen sind wunderbare Wesen. Diese Piraten damals, die hatten einfach nur Angst. Siehst du, wären sie mutiger gewesen &#8230;“<br />
Sato unterbrach Pia: „Nein, Pia, nein so war es nicht. Angst zu haben ist das einzig richtige was man tun kann, wenn ein feuerspeiender Drache mit einem spielen will. Wenn die Menschen die rote Drachin nicht getötet hätten, wer weiß, wieviele von ihnen noch zu Schaden gekommen wären. Das halbe Lager brannte schon. Es war längst kein Spiel mehr, und die Menschen fanden es auch nicht lustig.“<br />
Pia schwieg betroffen. Dann seufzte sie. „Du meinst also, wir sollten besser getrennte Wege gehen?“<br />
„Wieso?“ fragte Sato erstaunt.<br />
„Na, weil &#8230; wie du schon sagtest, bin ich ein Mensch, und sollte mich davor hüten, mit feuerspeienden Drachen zu spielen“, erklärte Pia betrübt.<br />
Sato rückte ein Stück näher zu Pia. „Ich habe gar nicht vor, mit dir zu spielen. Es tut mir leid, aber ich kann dir kein Kamerad sein.“<br />
„Warum sollten wir denn dann zusammenbleiben?“ schluchzte Pia.<br />
Sie wollte nicht wieder allein auf dieser schrecklichen Insel sein. Zusammen mit Sato würde sie gewiss einen Weg finden, aber allein? Ohne jede Hilfe?<br />
„Wir können keine Freunde werden, denn ich bin ein Drache und du bist ein Mensch. Wir beide können uns gegenseitig großen Schaden zufügen, ganz aus Versehen. Aber wir haben ein gemeinsames Ziel.“<br />
„Welches denn?“ fragte Pia und schöpfte neue Hoffnung.<br />
„Wir warten gemeinsam auf die Rückkehr der Drachen.“</p>
<p>Nachtwache<br />
Es war Abend geworden. Pia hatte ein kleines Lagerfeuer anzünden wollen, aber Sato hatte ihr davon abgeraten.<br />
„Du möchtest die Schlucht beobachten, nicht?“<br />
Pia nickte eifrig.<br />
„Und du glaubst, dass heute Nacht jemand hier auftauchen könnte?“<br />
Pia nickte – dann schlug sie sich mit der flachen Hand an die Stirn: „Natürlich! Wenn ich ein Feuer entfache, merkt sofort jeder dass ich hier auf der Lauer liege.“<br />
Sato lächelte. „Ich bin zwar nicht der mutigste, aber im Laufe der Jahre habe ich doch einige Erfahrungen gesammelt. Im Verstecken bin ich nahezu perfekt.“<br />
Pia legte nachdenklich die Stirn in Falten. „Soll das heißen &#8230; soll das heißen das du all die Jahre dein Drachenfeuer nie benutzt hast?“<br />
Sato schüttelte den Kopf. „Nie kann man nicht sagen. Aber niemals außerhalb meiner Höhle.“<br />
Pia seufzte. „Hast du wirklich dein ganzes Leben in deiner Höhle verbracht? Hattest du niemals Sehnsucht nach der Welt da draußen?“ fragte Pia mit leuchtenden Augen.<br />
Oh, Sehnsucht nach der Welt hatte sie stets im Überfluss gehabt. Was lag hinter dem Horizont? Was war dran an den alten Geschichten? Wo lagen die Grenzen ihrer Kraft?<br />
Pia hatte sich, bevor sie als Schiffsjunge angeheuert hatte, oft vorgestellt wie es wäre im Sturm die Segel einzuholen – Windböen rissen ihr immer wieder die Leine aus den Händen, nein, sie versuchen es nur, denn Pias festem Griff entgleitet kein Seil, sei es noch so nass und das Deck noch so glitschig.<br />
Der Alltag auf dem Schiff hatte sich dann als weitaus langweiliger herausgestellt: immer zu nur Deck schrubben. Kaum einer hatte mal Zeit oder Lust gehabt ihr etwas beizubringen, Die Matrosen des Schiffes waren stets mürrisch gewesen und genug mit sich selbst beschäftigt.<br />
Doch das alles hatte Pia nicht entmutigen können. Vielleicht hätte sie doch noch eine vernünftige Ausbildung erhalten &#8230; Der Kapitän des Schiffes hatte gemerkt, dass sie wissbegierig war und von schneller Auffassungsgabe. Immer über Mittag ließ er Pia eine Pause einlegen, während welcher er ihr Unterricht erteilte. Pia hatte sich gerade Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben angeeignet, als der Überfall der Piraten ihrem geregelten Matrosenleben ein jähes Ende bereitete.<br />
Und Sato? Hatte er niemals dieses Feuer im Herzen gespürt, dass nur durch neue Erkenntnisse, neue Erlebnisse, neue Abenteuer beruhigt werden kann?<br />
Sato kaute schon eine gute Weile auf einem grünen Zweig, und schaute in die Dunkelheit.<br />
„Nein, ich habe schon lange keine Sehnsucht mehr. Wir Drachen passen nicht in diese Welt. Wenn ich versteckt lebe – nur dann habe ich eine Chance.“<br />
Pia konnte diese Einstellung zum Leben überhaupt nicht verstehen. Es betrübte sie, den großen starken Sato, der sich doch vor nichts zu fürchten brauchte, der die Piraten mit einem Mal von der Insel wischen könnte, so niedergeschlagen und entmutigt zu sehen.<br />
Ganz in der Nähe knackten Äste. Stimmen. Ein Wispern nur.<br />
Satos feinen Drachenohren entging nichts. „Sie wollen in die Schlucht hinabsteigen“, flüsterte er.<br />
„Wie bitte? Hinabsteigen? Ich hätte gedacht, sie wollen hinüber &#8230;“, wunderte sich Pia.<br />
„Pst!“ machte Sato vorwurfsvoll.<br />
Pia winkte ab. „Ja ja, ich bin ja schon ruhig! Lass uns näher rangehen!“ schlug sie flüsternd vor.<br />
„Bleib bloß hier!“ hielt Sato sie zurück. „Du machst mehr Lärm als ein Elefant mit Zahnschmerzen.  Sie würden uns hören, und dann &#8230;“ Sato schwieg bedeutungsvoll.<br />
Pia verstand. Sie verließ sich nun ganz auf Satos feines Drachengehör.<br />
„Sie steigen hinab“, berichtete Sato. „Es sind fünf. Einer steht am Rande der Schlucht und hält Wache.“<br />
Pia kaute vor Aufregung auf ihren Fingernägeln. „Was wollen sie bloß dort unten? Ob sie dort einen Schatz versteckt haben?“<br />
„Was kümmert mich das“, meinte Sato.<br />
„Piraten tun nie etwas ohne Grund“, überlegte Pia. „Schon als du erzählt hast, der Kapitän damals habe der Mannschaft befohlen, nun das Lager aufzuschlagen, nachdem er euch gesehen hatte &#8230;. schon da habe ich gedacht: da stimmt was nicht!“<br />
„Du nennst mich einen Lügner?“ brauste Sato auf.<br />
„Pst, nicht so laut!“ flüsterte Pia erschrocken. „Und ich meinte: der Kapitän weiß etwas, das wir noch nicht wissen. Es sieht so aus, als ob ihr Drachen ihm bestätigt habt, dass er auf der richtigen Insel ist!“<br />
„Was redest du da? Ich habe kein einziges Wort mit diesen Menschen gewechselt!“ sagte Sato beleidigt.<br />
Pia versuchte, ihn zu beruhigen. „Das war auch gar nicht nötig. Er hat euch gesehen, und das reichte ihm.“<br />
Sato schwieg nachdenklich. „Siehst du“, sagte er dann. „Es ist besser, so wenig wie möglich in Erscheinung zu treten. Komm. Gehen wir zurück zur Höhle.“<br />
Pia zögerte. Was, wenn die Piraten die Schlucht wieder hinaufstiegen? Vielleicht waren sie dann mit Schätzen beladen?<br />
„Und wenn schon“, grummelte Sato. „Was interessieren mich Gold und Silber, zumal wenn sie in so großen Mengen vorkommen. Ich habe einen eigenen Schatz.“<br />
„Du hast was?“ entfuhr es Pia. Nun war sie bereit, sofort zu Satos Höhle zu gehen – Dunkelheit hin, Dunkelheit her.<br />
Sie machten tatsächlich einen Lärm wie ein Elefant mit Zahnschmerzen, denn in der Stille der Nacht klang jedes noch so kleine Geräusch ganz groß und laut. Sato, der in der Nacht so gut sehen konnte wie  am Tag, bewegte sich nahezu lautlos. Pia hingegen tappte blind wie ein Maulwurf hinter Sato her. </p>
<p>Pias Hände zitterten. Zum einen vor Aufregung, zum anderen weil das Buch, dass Sato ihr gegeben hatte, so schwer war das sie es kaum halten konnte. Sato nahm es ihr wieder aus den Händen.<br />
Pia ließ sich erleichtert ins weiche Moos plumpsen. Sato hatte seine Höhle wirklich behaglich eingerichtet.<br />
„Und? Was sagst du?“ fragte Sato erwartungsvoll, und legte Pia das Buch in den Schoß. Unschlüssig blätterte Pia darin herum. Die ersten Seiten waren beschrieben, die meisten aber waren noch leer. Der dicke Ledereinband trug keinen Titel, und Bilder waren auch keine vorhanden.<br />
„Nun lies schon!“ drängelte Sato. „Du bist ein Mensch, und dies ist Menschenwerk. Lies mir vor, was dort geschrieben steht!“<br />
Pia wurde rot. „Ich &#8230; ich kann doch gar nicht &#8230; lesen. Ich meine, ich hatte vor kurzem etwas Unterricht bekommen. Aber davon weiß ich nicht mehr viel. Die Arbeit an Bord des Schiffes war anstrengend, und dann die Piraten, und dann war ich hier, und dann &#8230;“<br />
„Ach, fang einfach an“, bestimmte Sato.<br />
Pia schluckte. Dann schlug sie tapfer die erste Seite auf, und begann zu lesen: „Die d &#8230; die d &#8230; die dr &#8230; die drei &#8230; S &#8230; Se &#8230; Sege &#8230; Segel &#8230; Segelsch &#8230; die drei Segelschiffe!“ rief Pia triumphierend aus. „Hier steht: die drei Segelschiffe!“ Pia war sehr stolz auf sich.<br />
Sato aber war unzufrieden. „Weiter, weiter!“ drängelte er.<br />
Doch Pia weigerte sich. „Was ist das überhaupt für ein Buch? Wo hast du es her?“<br />
Sato wurde verlegen. „Ich &#8230; ich habe es &#8230; einfach mitgenommen. Damals, aus dem Piratenlager. Der Kapitän hatte am Lagerfeuer gesessen und darin gelesen. Immer wieder hatte er einzelne Sätze daraus vor sich hin gemurmelt, als wollte er sie auswendig lernen.<br />
Er war sehr wütend, als ich es mir geschnappt hatte. Ich war unbemerkt über seinem Kopf gekreist und hatte blitzschnell zugeschlagen. Er hat mich verfolgt, durch den ganzen Dschungel. Aber ich war schneller. Ich war ein geschickter Flieger, damals.“ „Warum bist du es heute nicht mehr?“ wollte Pia wissen.<br />
„Nun, das mit dem Fliegen ist so eine Sache. Ich bin schon so viele Jahre nicht mehr geflogen. Meine Flügel wurden immer kleiner und schwächer, weil ich sie nie genutzt habe. Irgendwann waren dann meine Flugmuskeln so weit verkümmert, dass ich gar nicht mehr fliegen konnte, selbst wenn ich gewollt hätte. Aber genug davon. Lies weiter.<br />
Ich glaube, in diesem Buch steht aus welchem die Piraten hier auf der Insel sind.“<br />
Pia zögerte immer noch. „In meinem Kopf verwirrt sich alles. Zuerst warst du ganz allein auf dieser Insel, dann doch nicht – dann hast du noch nie einen Menschen gesehen, und nun hast du einem sogar sein Buch geklaut &#8230;“<br />
„Das ist nicht schlimm, denn er selbst hat es auch nur gestohlen“, beschwichtigte Sato.<br />
„Trotzdem. Warum hast du mir nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt? Was stimmt denn nun überhaupt?“ fragte sie eindringlich.<br />
„Lies, lies vor was in diesem Buch steht“, wich Sato aus. „Vielleicht klärt sich dann alles auf.“<br />
Pias Finger glitten über die Buchseiten, von Buchstabe zu Buchstabe. „Drei Segelschiffe &#8230; Kohle &#8230; Eisen &#8230; gebogene Kupferbleche &#8230; Hammer, Meißel, Seile &#8230; Zwieback und Wasser. Das liest sich wie die Einkaufsliste eines Schiffsausrüsters!“  rief sie aus. „Ich habe solche Listen schon gesehen. Vor einer großen Reise kauft der Kapitän alles nötige im Hafen ein, und dann &#8230;“<br />
„Nein, es muss etwas anderes sein. Warum sollte eine Einkaufsliste für die Piraten so wichtig sein?“ zweifelte Sato.<br />
Pia klappte das Buch zu, und schaute Sato triumphierend an. „Ich will jetzt unbedingt das Piratenlager in Augenschein nehmen. Ich habe das Gefühl, dass all diese Dinge hier auf der Insel gelagert werden. Und ich will jetzt wissen, wozu!“<br />
Sato zögerte. „Das klingt gefährlich“, sagte er schließlich<br />
Pia schüttelte aufgeregt den Kopf. „Gefährlich? Das ist nichts weiter als die Ausstattung für ihr Piratenlager.“<br />
Sato widersprach. „Nein, das ist keine Piratenausrüstung. Das alles braucht man, um eine Drachenfalle zu bauen.“<br />
Nun blieb Pia vor Staunen der Mund offen stehen.<br />
„Eine &#8230; Drachenfalle?“sagte sie ganz verdattert. „Aber &#8230; warum sollte man etwas fangen wollen, dass es gar nicht gibt?“<br />
Sato grinste.<br />
„Ja ja“, beeilte Pia sich zu sagen, „ich weiß es, und du weißt es, und &#8230; und die Piraten wissen es auch!“ vollendete Pia den Satz und erbleichte.<br />
Sato nickte. „Genau, sie wissen, dass es Drachen gibt. Sie haben sie mit eigenen Augen gesehen.“<br />
„Und einen von ihnen erschossen“, ergänzte Pia leise.<br />
„Genau, die rote Drachin“, sagte Sato traurig.<br />
„Du glaubst wirklich, dass sie hinter dir her sind?“ fragte Pia, nachdem sie eine ganze Weile schweigend in der dunklen Höhle gesessen hatten. Das Lagerfeuer glimmte nur noch schwach vor sich hin.<br />
Sato bestätigte: „Genau das glaube ich. Und deswegen werde ich mich auch weiterhin von der Schlucht fern halten.“<br />
„Damit du nicht aus Versehen in die Falle gerätst?“<br />
„Genau deswegen.“<br />
Pia kaute nachdenklich auf ihren Fingernägeln herum. „Aber warum sollte jemand einen Drachen fangen wollen?“ überlegte sie.<br />
„Nimm das Buch, lies weiter!“ forderte Sato sie auf.<br />
Pia zierte sich. Das ungewohnt viele Lesen hatte sie sehr angestrengt. „Es ist ja auch viel zu dunkel zum lesen!“ stellte sie erfreut fest.<br />
Sato hustete. Dampfwölkchen stiegen aus seiner Nase.<br />
„Hast du dich verschluckt?“ fragte Pia besorgt. „Kann ich dir helfen?“<br />
Sato winkte ab, verschluckte sich am Rauch und hustete noch mehr als vorher. Bald war die ganze Höhle verqualmt, und auch Pia bekam keine Luft mehr. Außer Atem flüchteten beide ins Freie.<br />
„Das war&#8217;s“, keuchte Pia. „Ja, das war&#8217;s!“ wiederholte sie erfreut. „Das ist eine gute Verteidigung! Sato: wenn uns die Piraten angreifen sollten, räucherst du sie einfach aus!“<br />
Sato dämpfte die Begeisterung. „Erstens: das funktioniert nur in einer Höhle, und zweitens &#8230;“ „Zweitens?“ „Habe ich versucht, Feuer zu machen.“ „Oh.“ Pia blickte verlegen zu Boden.<br />
„Versuch es nochmal“, bat Pia dann.<br />
Sato schüttelte den Kopf. „Das wird nichts. Ich habe es verlernt.“<br />
„Ach Unsinn, wie könntest du das verlernen?“<br />
„Indem ich es jahrelang nicht mehr gemacht habe?“<br />
„Ach was, hier: zünd das an.“ Pia hielt Sato eine Handvoll trockenes Moos und Reisig hin.<br />
„Das geht nicht“, sagte Sato traurig. Pia seufzte, holte die Feuersteine aus der Tasche, und begann mühsam Funken zu schlagen. Es dauerte, doch dann brannte ein lustiges kleines Feuerchen.<br />
„Ich kann es einfach nicht“, seufzte Sato. „Sag doch selbst, ein Drache, der sich sein Feuer mit Steinen anschlagen muss, anstatt mit seinem heißen Atem alles in Brand zu setzen &#8230;“<br />
Pia blickte auf. Sie hatte schon oft gesehen, wie Leute mit Feuersteinen Funken geschlagen und damit trockenes Moos entzündet hatten. Aber ein Drache bei dieser Tätigkeit – in der Tat ein seltsamer Anblick. Der heiße Atem eines Drachen konnte alles viel schneller in Brand setzen &#8230; der heiße Atem der Drachen &#8230;<br />
„Das ist es!“ Pia sprang auf. „Das ist es! Es brennt! Es ist alles verbrannt! Das ist es, was mir an dieser Schlucht aufgefallen ist.<br />
Sato hielt inne, die Fragezeichen ganz deutlich im Gesicht.<br />
„Es war alles verbrannt!“ wiederholte Pia. Sato zuckte die Schultern.<br />
„Die Drachen &#8230;“, begann Pia aufgeregt. „Die Drachen müssen sich versteckt haben. In der Schlucht. Oder wo auch immer. Jedenfalls müssen wir hin und nachsehen.“<br />
Sato rutschte unruhig hin und her. Es gefiel ihm nicht, dass Pia partout diese für ihn so gefährliche Schlucht aufsuchen wollte. Ob sie vielleicht doch eine Spionin der Piraten war? Ob sie ihn nur in eine Falle locken sollte? Wie dem auch war, im Moment hatte Sato keine andere Wahl. Er schob das schwere Buch, dass er die ganze Zeit gehalten hatte, zu Pia hinüber. „Lies!“ sagte er.<br />
Pia blätterte umständlich die Seite auf und suchte die Zeile in der sie zu lesen aufgehört hatte. „Es ist &#8230; ist &#8230; ein &#8230; eine &#8230; große Kunst“, las Pia stockend. „Die &#8230; die nicht &#8230; von jeder &#8230; mann beherrscht werden kann. Es ist un &#8230; unnütze, sollte die falsche Person sich an dieses gefährliche Werk machen. Es kann &#8230; im Gegenteil &#8230; sogar sehr großen Schaden anrichten, der &#8230; nicht wieder gut zu machen ist.“<br />
Pia machte erschöpft eine Pause, und blickte auf. „Weiter!“ nickte Sato ihr zu. „Weiter, weiter“, murmelte Pia, „als ob das so einfach wäre!“ Die Augen brannten ihr von der ungewohnten Anstrengung, die Buchstaben verschwammen auf der Seite, hopsten durcheinander und entzogen sich Pias Bemühungen, einen Sinn in ihnen zu erkennen.<br />
Sato, der ungeduldig darauf wartete, die Geheimnisse dieses Buches zu entdecken, merkte erst jetzt, dass Pia vor Müdigkeit fast die Augen zufielen. Er nahm ihr das Buch vom Schoß, klappte es zusammen und legte es beiseite. „Schlaf gut“, grummelte er, formte mit seinen großen Pranken in wenigen Augenblicken eine bequeme Mulde in den weichen Boden, und legte sich hinein.<br />
Pia versuchte, es ihm gleich zu tun, aber ihre Hände waren viel zu klein. Wehmütig blickte sich zum Höhleneingang, aus dem noch immer dicker Rauch quoll. Wie gerne hätte sie dort drinnen übernachtet. Nun aber musste sie mit dem Boden vorlieb nehmen. Die Erschöpfung tat ein Übriges, und bald war Pia tief und fest eingeschlafen.</p>
<p>Schwarzbarts Tagebuch<br />
Sato erwachte noch vor der Morgendämmerung. Gut erholt, reckte und streckte er sich. Dann sah er zu Pia. Das Mädchen hatte sich eng zusammengekuschelt, und schlief noch fest. Sato beschloss, sie ausschlafen zu lassen, und schlich leise davon.<br />
Die ersten Sonnenstrahlen des Tages kitzelten seine Nase, als er an der geheimen Bucht ankam. Zufrieden blickte Sato sich um. Hier war er sicher. Er ging, Schrittchen für Schrittchen, ins Wasser, freute sich am klaren kühlen Nass und an der goldgelben Sonne, die einen schönen Tag ankündigte.<br />
„So ein Bad tut gut, nach so aufregenden Tagen. Ja, das alte Buch. Nachher wird Pia mir weiter daraus vorlesen. Oh, es muss sehr wichtig sein. Der Mensch, dem ich es entrissen habe, war sehr erbost gewesen. Immerzu hatte er darin gelesen. Komische Angewohnheiten haben die Menschen.“<br />
Sato war ganz in sein Selbstgespräch vertieft. Er bemerkte Fiona erst, als sie schon dicht neben ihm schwamm. Sato begrüßte sie erfreut.<br />
„Wir sind des Rätsels Lösung dicht auf der Spur“, berichtete er. „Pia ist genau das richtige Mädchen. Sie hat Mut, und das Herz am rechten Fleck. Zusammen werden wir es schaffen.“<br />
Sato lag noch eine ganze Weile am Strand und döste in der Morgensonne, zählte die Wassertropfen die von seinem Bauch perlten, und hörte dem Geschnatter der Vögel zu.<br />
Erst Dodos aufgeregtes Kreischen weckte ihn aus seinen Träumen. „Schnell! Schnell! Die Piraten schleppen Pia in ihr Lager!“<br />
Augenblicklich verstummte das Tschiepen und Piepen ringsum. Noch ehe Sato recht begriffen hatte, lief er schon in den Wald. „Warte!“ krächzte Dodo. „Du wirst ihnen direkt in die Arme laufen! Wir müssen abwarten.“ Sato hielt inne. „Du hast recht“, stimmte er zu. „Wir müssen die Lage erkunden, und dann einen Plan schmieden.“</p>
<p>Währenddessen befand Pia sich auf dem Weg in das Piratenlager. So hatte sie sich dessen Erkundung wirklich nicht vorgestellt! Die Räuber hatten sie an Händen und Füßen gefesselt, dann hatte einer von ihnen sie über die Schulter geworfen und trug sie nun wie einen Sack Mehl.<br />
Als Pia an diesem Morgen erwacht war, war Satos Schlafmulde schon kalt gewesen. Die Sonne war längst aufgegangen, und der Dschungel brummte und knackte vor Leben.<br />
Pia reckte und streckte sich. Sie stellte sich aufrecht hin, und griff mit den Händen in die Luft.<br />
„Genau so bleibst du stehen“, befahl jemand barsch. Pia erstarrte. Diese Stimme kannte sie doch! Sie drehte sich um, und ließ die Hände dabei langsam sinken. Sofort spürte sie etwas spitzes, kaltes im Rücken. Sie hob die Hände wieder, und blickte nun dem Kapitän der Piraten geradewegs ins Gesicht. Sie musterten sich eine Weile gegenseitig, ohne etwas zu sagen.<br />
Die anderen Piraten untersuchten unterdessen den Lagerplatz. Bald hatten sie den Eingang zu Satos Höhle gefunden. Einer der Piraten trug das schwere Buch heraus, aus dem Pia am Abend noch vorgelesen hatte. „Schwarzbarts Tagebuch!“ triumphierte der Kapitän. „Der alte Fuchs hat also doch die Wahrheit gesagt. Die richtige Insel, das richtige Mädchen, der richtige Drache. Oder sollte ich besser sagen: der letzte Drache? Schwarzbart in seiner Dummheit hat ja beinahe alle Drachen ausgerottet.“<br />
„Wie lange ist das her?“ wollte Pia wissen. Der Kapitän grinste. „Wie lange das her ist, fragst du? Dieses Tagebuch hat der berüchtigte Pirat Schwarzbart verfasst. Er war der Entdecker der Dracheninsel. Doch anstatt einen Drachen zu fangen, hat er fast alle Drachen getötet. Nur wenige entkamen. Schließlich kam ein Enkel Schwarzbarts auf die Idee, die Dracheninsel mal wieder aufzusuchen. Er ging davon aus, dass sich hier wieder Drachen angesiedelt haben müssen. Nun, er hatte recht. Ein Drache höchst persönlich hat ihm das Tagebuch seines Großvaters aus den Händen gerissen, dummerweise bevor dieser Schandfleck aller Piraten es hatte zu Ende lesen können. Doch heute, an diesem wunderschönen Morgen, hole ich, Kapitän Rotfuchs, mir das Tagebuch samt der Dracheninsel wieder. Mein Vater hat zeitlebens nach diesem Ort gesucht. Und vor ihm mein Großvater, und davor &#8230;“ Pia hatte interessiert zugehört. Zu interessiert, so erschien es dem alten Rotfuchs. „Sag mal, was weißt du eigentlich? Sag schon. Wieviele Drachen leben hier?“<br />
Pia schwieg. Die Knüffe und Tritte ignorierte sie. „Lasst sie“, ordnete Rotfuchs an. „Wir werden noch früh genug heraus finden, was wir wissen wollen. Wichtig ist nur, das wir Schwarzbarts Fehler nicht wiederholen!“ Er wies Pia an, ihnen zu folgen.<br />
Doch die dachte gar nicht daran. Die Piraten hatten einige Mühe sie festzuhalten. So kam Pia schließlich zu ihrer unbequemen Lage, verschnürt wie ein Paket und geschultert wie ein Mehlsack in das Lager der Piraten getragen zu werden.<br />
Sato beobachtete,  gut versteckt und getarnt im Grün der Blätter, wie die Piraten Pia quer über die Insel schleppten. Über die Schlucht hatten sie ein Seil gespannt, dass ihnen nun als provisorische Brücke diente. Als die Piraten die Schlucht passiert hatten, wies der Kapitän seine Leute an, die Brücke zu zerstören.<br />
Dies durchquerte Satos Plan, einfach heimlich hinter den Piraten herzuschleichen. Missmutig flatterte er mit seinen kleinen Flügeln. Dies durchkreuzte aber auch den Plan der Piraten, die Pia als Lockvogel für den Drachen nutzen wollten. Aber davon wussten sie noch nichts.<br />
Das Lager der Piraten lag in einer kleinen Bucht im Schatten hoher Palmen. Es bestand aus nicht viel mehr als ein paar Zelten, und großen Ansammlungen von Kisten und Fässern. Pia hatte keine Zeit, sich lange umzusehen. Sie wurde in eines der Zelte abgeladen, und harrte dann der Dinge die da kommen würden.<br />
Außerhalb des kühlenden Schattens war die Mittagshitze bald unerträglich. Die Piraten zogen sich einer nach dem anderen zurück, und hielten Siesta. Pia dachte schon, dass sich hier eine günstige Gelegenheit zur Flucht bot, als Rotfuchs in das Zelt trat, das Tagebuch Schwarzbarts unter dem Arm. Wieder betrachteten beide sich von oben bis unten.<br />
Rotfuchs setzte sich, löste die Fesseln an Pias Füßen, und lockerte die an ihren Händen ein wenig. „Wie hast du eigentlich den Sturm überstanden?“ fragte Rotfuchs dann, und seine Stimme klang besorgt. „Weißt du, das Schiff geriet in Seenot, ich habe die Mannschaft in die Rettungsboote befohlen – zum Glück waren wir in der Nähe dieser Insel – und sobald wie möglich habe ich meine Leute losgeschickt, nach dem Wrack der &#8216;Santa Maria&#8217; zu sehen. Und siehe da, das Schiff hatte keinen allzu großen Schaden genommen. Mit etwas Mühe und Glück haben wir es bis hier zur Insel manövrieren können. Aber etwas fehlte an Bord: du. Ich hatte schon Sorge, dass du beim Sturm über Bord gegangen sein könntest. Ich bin ehrlich froh, dich gesund und munter zu sehen.“<br />
Pia schaute überrascht auf. In der Tat, auch sie hatte das Gefühl, Rotfuchs sei froh dass sie noch lebte. Aber sicher scherte sich ein Pirat nicht um ein dahergelaufenes Mädchen, wenn er nicht etwas wichtiges mit ihm vorhatte.</p>
<p>Rotfuchs schlug das Buch auf, blätterte eine Weile, und begann dann zu lesen: „Es war früher Nachmittag, und wir waren gut vorbereitet. Die Eisen, das einzige was einen Drachen aufzuhalten vermag, waren geschmiedet. Wir begaben uns zum Lagerplatz der Drachen. Sie dösten in der Mittagshitze, und ahnten keinerlei Gefahr. Ich schickte zwei, drei Männer vor, sie sollten mit den Drachen in Verhandlung treten. Sie machten ihre Sache gut, und bald hatten wir eine Gruppe von fünf schönen Drachen abseits der anderen mitten in den Dschungel geführt. Hier erstreckte sich ein kleiner See, den die Drachen sehr gerne zum Baden aufsuchen. Drachen sind ausgezeichnete Schwimmer, und auch das Tauchen gelingt ihnen recht gut. Wir hatten also unsere Gerätschaften in den Wasserpflanzen nahe des Ufers verborgen, und luden nun die Drachen ein, gemeinsam das erfrischend kühle Nass zu genießen, während wir doch nur auf den geeigneten Moment warteten. Als dieser gekommen war, griffen wir die eisernen Zügel und warfen sie den Drachen über. Ein jeder von uns war voller Erwartung, die Drachen nun in pures Gold verwandelt zu sehen. Stattdessen wurden sie zu grauen, nichts als grauen Felsgesteinen, die augenblicklich auf den Grund des Sees sanken. Über die grässlichen Geräusche, die damit verbunden waren, kamen die anderen Drachen herbei, besahen unser Werk und begannen ein Gebrüll, dass uns fast taub werden ließ.<br />
Ungeheure Hitze entfaltete sich, und nur mit Mühe entkam ich dem Wasser bevor es gänzlich kochte. Im Laufen blickte ich mich noch einmal um, und sah das Wasser des Sees als Dampf zum Himmel steigen. Dann riß ein ein Donnern und Grollen, dass tief aus dem Inneren der Erde zu kommen schien, mich zu Boden.<br />
Das alles dauerte nur wenige Minuten, und als der Dampf sich verzogen hatte, klaffte eine Schlucht an der Stelle, wo vordem der See gelegen hatte. Weder von den Drachen noch von meiner Mannschaft war noch das geringste zu sehen. Ich nehme an, dass sie alle samt und sonders in der Schlucht verschwunden sind, und noch heute dort unten sind.“<br />
Rotfuchs klappte das Buch wieder zu, und schaute Pia an. „Und was habe ich damit zu tun?“ fragte diese erstaunt. Rotfuchs nickte. „Was du damit zu tun hast? Hat dir dein Drachenfreund das nicht erzählt?“<br />
Pia schüttelte den Kopf. Rotfuchs lächelte. „So so, hat er das nicht. Nun. Die Drachen waren zu Stein geworden, und in der Schlucht versunken, richtig?“ Pia nickte.<br />
„Gut“, sagte Rotfuchs und grinste. „Und sie liegen noch heute dort, nicht wahr?“ Pia nickte erneut. Dann rief sie: „Der Rauch! Das Feuer! Sie leben also noch!“ Nun nickte Rotfuchs, um Pias Worte zu bestätigen. „Ganz genau. All die Jahre. Und immer noch leben sie. Meinst du nicht, dass es an der Zeit ist, sie zu befreien?“<br />
Pia war nun ganz aufgeregt. „Aber natürlich. Wir müssen etwas tun!“<br />
Rotfuchs Lächeln erstarrte, und machte nun gespielter Traurigkeit Platz. „Wir? Es tut mir leid, aber wir können da gar nichts tun. Wie oft schon bin ich mit meinen Männern die Schlucht hinabgestiegen. Aber wir konnten rein gar nichts für sie tun.“ Rotfuchs schwieg, und wartete Pias Reaktion ab. „Aber wir konnten ihren Herzschlag hören. Tief unter ihrer steinernen Hülle konnten wir ihren Herzschlag spüren.“<br />
Auch Pia hörte ihren eigenen, aufgeregten Herzschlag. „Aber wer dann? Irgendjemand muss ihnen doch helfen können!“ rief sie aus. Rotfuchs machte eine bedeutsame Pause. „Ja, es gibt so jemanden“, sagte er dann. „Mutig muss er sein. Ohne Zögern muss er das richtige tun. So jemand wie du, Pia.“<br />
Pia wurde rot. Es war selten, dass man sie lobte oder auch nur etwas nettes über sie sagte. Umso mehr schmeichelte ihr, dass sie diejenige sein sollte, die den Drachen helfen konnte.</p>
<p>Sato war ratlos an der Schlucht zurückgeblieben. Er hatte hin und her überlegt, war aber zu keinem Ergebnis gelangt. Schließlich begann er, am Rand der Schlucht auf und ab zu laufen.<br />
Sato schnupperte. Zuerst fiel ihm der feine Geruch gar nicht auf. Doch dann lief ihm das Wasser im Mund zusammen: Zwieback! Leckerer, knuspriger Zwieback! Sato beschleunigte seinen Schritt. Die Quelle dieses unwiderstehlichen Duftes musste ganz in der Nähe sein!<br />
Sato ging nun gefährlich nahe am Rande der Schlucht. Unter seinen Füßen brachen immer wieder kleine Bröckchen Erde ab und kullerten in die Tiefe. Der hungrige Drache bemerkte sie nicht.<br />
Erst, als er das Gleichgewicht verlor und mitsamt dem Boden auf dem er eben noch gestanden hatte in die Tiefe sauste, ließ er kurz ab von seiner Suche.<br />
Mit einem Rumms! langte er unten an. Zum Glück waren alle Knochen unversehrt, stellte Sato schnell fest. Sofort hatte er den süßen Duft wieder in der Nase. Wie blind folgte er dem betörenden Locken. „Zwieback!“ murmelte er immer wieder. „Wie lange habe ich dich schon vermissen müssen! Nur ein kleines bisschen. Nur ein bisschen. Das kann nicht schaden.“<br />
Mit einem Rumms! Schloss sich das Fallgitter hinter Sato, der augenblicklich wieder nüchtern war. Er hatte nun zwar einen großen Haufen Zwieback, aber der Preis war hoch: Sato hatte mit seiner Freiheit dafür bezahlt. </p>
<p>Ein schlauer Plan<br />
Eine lange Nacht hatte Pia im Lager der Piraten verbracht. Abends war ihr etwas trockenes Brot und eine Kanne Wasser gebracht worden, auf eine Decke wartete Pia vergeblich. Sie schlief auf dem kahlen, kalten Boden, und erwachte früh.<br />
Auch die Piraten hatte eine unbequeme Nacht verbracht. Sie hatten auf den Drachen gewartet, der doch hätte kommen müssen, um seine Menschenfreundin zu befreien. „Vielleicht ist er schon selbst in eine Falle getappt“, knurrte Rotfuchs. „Das ändert natürlich alles.“<br />
Pia hatte die lange Warterei mürbe gemacht. So freute sie sich, als Rotfuchs am späten Nachmittag in das Zelt trat, weiches Brot mitbrachte und frische Früchte. Rotfuchs hatte es geschafft, sich ihr Vertrauen zu erschleichen, und Pia war kurz davor, alles zu erzählen was sie über Sato und die Drachen wusste – aber das war nicht viel. Es war sogar weniger als das, was Rotfuchs ohnehin schon wusste. Doch der letzte, der entscheidende Hinweis, der fehlte ihm noch.<br />
„Schwarzbart glaubte also, die Drachen würden sich in Gold verwandeln?“ fragte Pia grinsend. „Ja, wie dumm von ihm“, stimmte Rotfuchs zu. „Denn das wahre Geheimnis der Drachen besteht darin, dass sie jeden Wunsch erfüllen können. Allerdings: nur einen pro Person.“<br />
„Woher weißt du das? Hast du schon mal einen Drachen getroffen?“ fragte Pia neugierig. Rotfuchs nickte. „Und warum wurde dein Wunsch nicht erfüllt?“ fragte Pia arglos weiter. Woher hätte sie wissen sollen, dass es Rotfuchs Wunsch gewesen war, die Dracheninsel zu finden!<br />
Rotfuchs räusperte sich. „Nach Schwarzbarts &#8230; tragischem Unglücksfall sind, so sieht es wohl aus, die überlebenden Drachen in alle Welt geflohen. Sie leben in Angst, scheuen die Menschen, und wer wollte es ihnen verdenken?“ „Aber Sie haben einen getroffen?“ wollte Pia wissen. „Es war ein alter Drache. Wir hätten Freunde werden können – allein, der Drache lag im Sterben. Es gab nichts, war ich für ihn hätte tun können“, sagte Rotfuchs und senkte den Kopf in gespielter Traurigkeit.<br />
„Sie hätten ihm zum Beispiel ewiges Leben wünschen können!“ schlug Pia vor.<br />
Diese Idee gefiel Rotfuchs. „Ja, ich werde es mir merken. Ein Drache, der ewig lebt. Das hat was.“<br />
Pia wurde unbehaglich zu Mute. „Können wir jetzt zur Schlucht gehen und die Drachen befreien?“ drängte sie. „Moment, Moment“, sagte Rotfuchs beschwichtigend. „Weißt du, du und ich, wir möchten den Drachen helfen. Meine Mannschaft aber, wilde Gesellen, träumen Tag und Nacht von nichts anderem als Drachengold. Wir müssen vorsichtig sein, und es schlau angehen.“<br />
Damit war Pia einverstanden. „Was also tun wir? Schleichen wir uns in der Dämmerung heimlich aus dem Lager?“ „Du bist wirklich schlau“, lobte Rotfuchs, „genau so werden wir es machen.“</p>
<p>Ein Zwieback nach dem anderen zerkrümelte unter Satos Pranken. „Ich werde nie &#8230; nie wieder!“ grummelte er. „Ausgerechnet Zwieback! Wie kann jemand so gemein sein?“<br />
Der Käfig, in dem Sato gefangen saß, war aus massivem Eisen. Es musste einige Mühe gemacht haben, diese Falle zu bauen, stellte Sato fest. Die Tarnung war zwar miserabel, aber der Duft von Zwieback hatte Sato alle Vorsicht vergessen lassen. Dem Menschenmädchen wäre das sicher nicht passiert, überlegte Sato. Was Pia jetzt wohl tat?<br />
Die Vergessene Höhle<br />
„Hier, bind dir das Seil um den Bauch.“ Pia tat wie ihr geheißen „Wenn du unten bist, zieh zweimal kräftig am Seil. Dann binde dich los. Wenn du wieder hoch möchtest, dann &#8230;“ „Ich weiß, zweimal ziehen“, unterbrach Pia. „Gut, gut, ich wollte nur sichergehen“, murmelte Rotfuchs.<br />
Tiefer und tiefer tastete Pia sich die Wände der Schlucht hinab. So tief, dass nicht einmal mehr die Mondstrahlen das Dunkel erhellten. Es wurde kühl.<br />
„Alles in Ordnung?“ hörte sie Rotfuchs leise von oben rufen. „Ja! Aber ich kann nichts mehr sehen!“ schrie sie hinauf. „Keine Sorge! Denk daran, was ich dir gesagt habe!“ Rotfuchs Stimme war kaum noch zu verstehen. Pia lief ein Schauer über den Rücken. Worauf hatte sie sich da bloß eingelassen? Wie hatte sie Rotfuchs nur ihr Leben anvertrauen können! Sie hatte doch selbst erlebt, wie es der Mannschaft ihres Schiffes ergangen war. Rotfuchs hatte keine Gnade gekannt. Nur sie hatte er verschont. Seltsam.<br />
Bevor sich Pia noch weitere Gedanken darüber machen konnte, langte sie mit einem dumpfen Plumps am Boden an. Sie zog wie vereinbart zweimal kräftig am Seil, dann band sie sich los.<br />
Wie Rotfuchs es gesagt hatte, war es am Grunde der Schlucht hell. Nicht nur das, es war auch ungewöhnlich heiß hier. Pia traten Schweißperlen auf die Stirn.<br />
Da! Selbst das Herzklopfen der versteinerten Drachen konnte sie schon hören. Klopf! Klopf! Klopf!<br />
Merkwürdig. Das klopfen hörte sich an, als ob Metall auf Metall schlüge. Ganz sicher. Metall auf Metall. Das waren auf keinen Fall die versteinerten Drachen, das war &#8230; „Sato!“ rief Pia erschrocken. Sie war den Klopfgeräuschen gefolgt, ungeachtet der Hitze die immer unerträglicher wurde, und hatte in einer Nische den eisernen Käfig entdeckt, in dem Sato gefangen saß. Es war der Drache gewesen, der mit dem kläglichen Rest einer Eisenstange gegen die Gitter der Falle geklopft hatte. „Der größte traurigste Drache der Welt“, sagte Pia leise. Satos feine Ohren hörten es. „Nein, nur der größte dümmste Drache der Welt“, schnaubte Sato wütend. „Hätte ich doch nur mein Drachenfeuer, wäre ich längst hier raus!“<br />
Pia schüttelte den Kopf. „Das ist die Drachenfalle, von der in Schwarzbarts Tagebuch die Rede war.“ „Schwarz – wer?“ „Schwarzbart. Ein berüchtigter Pirat“, erläuterte Pia. Sato nickte anerkennend. „Mir scheint, du bist mit der Erkundung des Piratenlagers gut vorangekommen.“<br />
Pia freute sich über das unverhoffte Lob. „Ja, das kann man sagen. Und ich wette, die Erbauer dieser Falle haben genau damit gerechnet: mit Drachenfeuer.“ „Das ist anzunehmen. Wer kommt schon darauf, dass es Drachen gibt, die kein Feuer haben?“ fragte Sato grinsend.<br />
Nun lachte auch Pia. „Ja, daran konnte wirklich keiner denken. Aber wie kommst du hier nun wieder raus? Es gibt kein Schloss, oder etwas ähnliches.“ Pia war ratlos. Der einzige, der ihr jetzt hätte weiterhelfen können, war Rotfuchs. Und der wartete am Rande der Schlucht auf sie. Oder etwa doch nicht?<br />
Tatsächlich! Kaum war Pia am Grunde der Schlucht angelangt, als Rotfuchs seinen Leuten das vereinbarte Zeichen gab. Beinahe lautlos ließen sie sich in das Dunkel hinunter.<br />
Pia, die mit keinen Verfolgern rechnete, hatte die verdächtigen Geräusche arglos ignoriert. Keine zwanzig Schritt von Pia entfernt, verborgen hinter einem großen Felsbrocken, hatte Rotfuchs ihr Gespräch mit Sato belauscht. „So so, ein Drache ohne Feuer. Nun denn, so oder so wird die Falle sein Verderben sein“, grinste Rotfuchs.<br />
Dann wartete er ab, ob Pia wie vereinbart tiefer in die Höhlen gehen würde, die sich unter der gesamten Insel erstreckten. Rotfuchs war nicht klar, wie solche Höhlen entstehen konnten, und auch die Hitze hier unten kümmerte ihn nicht weiter. Alles, woran er denken konnte, war das Drachengold, das hier unten in Unmengen liegen. Und Pia würde es für ihn holen.</p>
<p>Vorsichtig tastete Pia sich vorwärts. Sie musste jetzt höllisch aufpassen, wo sie hintrat – ein falscher Schritt hätte ihr Ende bedeutet. Der Boden schwankte unter ihren Füßen, hin und wieder brachen Risse auf, aus denen eine glühende, zähflüssige Masse quoll.<br />
„Folge den Pfeilen“, murmelte Pia. „Folge den Pfeilen, hat er gesagt. Aber welche Pfeile? Hab ich mich etwa verlaufen?“<br />
Pia wollte gerade umkehren, als sie wieder etwas klopfen hörte. Hätte sie auch nur geahnt, wo dieses Klopfen herrührte, wäre sie so schnell wie möglich geflohen. Pia aber glaubte sich endlich am Ziel. „Das muss das Herzklopfen sein. Gleich bin ich da!“<br />
Pia wurde wagemutiger, sprang von einem Brocken zum anderen über die glühende Lava, die sich vom Rinnsal zum Bach gemausert hatte. Immer heller wurde es. Der Gang wurde breiter, höher – bis er in einer großen Grotte endete. Der Bach ergoss sich in einen glühenden See, der in der Mitte der Grotte lag. Rund um diesen See standen die Statuen der Drachen. Das Klopfen, das Pia hierher geführt hatte, wurde immer leiser und erstarb dann ganz. „Oh nein, ich komme zu spät!“ rief Pia, und Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie lief von einer Statue zur anderen, sprang dabei über brodelnde Bäche, achtete nicht auf die Gefahr, trachtete nur danach, die leblosen Drachen zu berühren.<br />
Nichts. Kein Klopfen. Kein Pochen. Pia verzweifelte. „Ich bin zu spät! Oh, ich bin zu spät! Es tut mir so leid, liebe Drachen. Es tut mir so leid, Sato!“ rief sie immer wieder.<br />
„Es tut mir leid, Rotfuchs! DAS wäre jetzt angebracht.“ Pia zuckte zusammen, und drehte sich um. Erst jetzt bemerkte sie, dass viele Gänge zu dieser Höhle führten. Aus einer dieser Öffnungen war gerade Rotfuchs mit seinen Leuten gekommen. Aber aus welcher? Pia hätte es nicht sagen können. Welcher Gang führte zurück zu Sato, zum Ausgang, zur Schlucht zurück?<br />
„Du bist kein Brummkreisel, Kind! Steh still!“ herrschte Rotfuchs sie an. „Du dummes Ding! Hast alles vergessen. Musst ihnen das Zaumzeug abnehmen, nach mach schon!“ Schniefend und schluchzend trat Pia zur nächstbesten Statue. „Es geht nicht!“ klagte sie. „Es ist ganz und gar aus Stein! Ihr habt euch geirrt &#8230; oder ihr habt gelogen“, schlussfolgerte Pia. „Niemand nennt Rotfuchs einen Lügner! Na warte!“ brüllte der Piratenkapitän, dass es von den Wänden widerhallte. „Sato, hilf mir!“ quietschte Pia in höchster Not und nahm Reissaus. Es war gar nicht so leicht, zumal die Piraten in der Überzahl waren und Pia bei jedem Schritt höllisch aufpassen musste, nicht in geschmolzenes Gestein zu treten. Sie hatte gerade Zuflucht zwischen den steinernen Pranken eines Drachen gefunden, und zerrte ein letztes Mal an dem vermeintlich eisernen Zaumzeug. Die Statue schien in einem Stück aus einem Felsblock gehauen worden zu sein. Die Drachen sahen täuschend echt aus, ihre Gesten verrieten Flucht, Gefahr und Enttäuschung – und Pia fühlte mit ihnen.</p>
<p>Drachengold<br />
Die Verzweiflung in Pias Herzen brach sich Bahn, und Tränen kullerten über ihr Gesicht. Soviel hatte sie gewollt – und nichts davon erreicht. Ihr Traum war es gewesen, um die Welt zu fahren. Die Piraten hatten diesen Plänen ein jähes Ende bereitet. Ihre Hoffnung, die Drachen befreien zu können, hatte sich als alte Legende entpuppt, auf die doch nur naive kleine Mädchen wie sie hereinfallen konnten, ärgerte sie sich. Zu allem Übel war Sato gefangen, und sie selbst schwebte in höchster Gefahr. Wenn das kein Grund war zu heulen!<br />
„Halt!“ Erschrocken hielten alle inne, die Piraten ebenso wie Pia, die hastig ihre Tränen herunter schluckte. „Gut so. Und jetzt &#8230;“ „Wer wagt es, Kapitän Rotfuchs Befehle zu erteilen?“ polterte der bärtige Pirat wütend dazwischen. „Zeig dich, wenn du ein Mann bist und keine Maus!“ forderte er. „Nun gut &#8230; Mann oder Maus .. haha &#8230; der war wirklich gut! Ha ha ha ha ha!“ Das tiefe Lachen hallte in den Gängen der Höhle wieder. Wer immer sich da so belustigte, er musste riesig sein. Rotfuchs zitterte, und seine Leute standen ihm darin wie üblich in nichts nach. Nur Pia atmete erleichtert auf. „Sato? Bist du das? Hast du dich aus der Falle befreit?“<br />
Trotz seiner Größe bewegte der Drache sich flink und leise vorwärts. Plötzlich war er da, und niemand hätte sagen können, aus welchem der vielen Gänge er gekommen war. Er sah Sato sehr ähnlich, jedoch war sein Rücken rötlich-braun gefärbt und kleine Flämmchen tanzten um seine Nase. „Niemand rührt sich von der Stelle“, sprach er, und weder Rotfuchs noch ein anderer Pirat machte Anstalten, ihm zu widersprechen.<br />
„Und nun zu dir, Menschlein“, wandte der Drache sich an Pia. „Du nanntest den Namen Sato. War das ein Zufall? Oder kennst du wirklich einen Drachen, der so heißt?“ Pia nickte.<br />
„Nun denn. Auch ich kannte mal einen Drachen namens Sato. Er war noch sehr klein, und er hat, gemeinsam mit seinen Eltern, diese Insel vor vielen, vielen Jahren verlassen. Was sagst du nun?“<br />
Pia zuckte die Schultern. Der Drache stand jetzt direkt vor ihr, aber da Pia auf den steinernen Drachenrücken geklettert war, konnte sie ihm geradewegs in die Augen sehen. „Ich weiß nicht. Vielleicht ist Sato ein häufiger Name unter Drachen? Jedenfalls gibt es einen großen, grünen Drachen auf dieser Insel, und er ist in eine Falle getappt, die diese da gebaut haben.“<br />
Pia wies auf Rotfuchs, der sofort sein bekanntes Grinsen aufsetzte und beteuerte: „Aber natürlich. Warum lange leugnen? Ja, wir sind auf der Drachenjagd, und diese Göre da“, er wies auf Pia, „ist mit von der Partie gewesen. Jetzt versucht sie bloß, die unschuldige zu spielen. Du Rotzlöffel! Weißt du denn nicht, dass man Drachen nicht anlügen kann?“ fragte Rotfuchs höhnisch.<br />
Der Drachen puffte kleine Rauchwölkchen aus seiner Nase. „Wem soll ich nun glauben?“ fragte er dann, und schaute genüsslich in die Runde.<br />
Pia kamen wieder die Tränen. Erwachsene – offensichtlich war der Drache erwachsen – glaubten ja doch immer eher den Erwachsenen als den Kindern, und den Männern sowieso. Was sollte sie dagegen schon ausrichten? „Es ist mir auch egal, ob Sie mir glauben“, schniefte Pia. „Aber Sato, mein Freund, sitzt in einer dieser vielen Gänge, die zur Schlucht führen, fest. Und er hat kein Drachenfeuer, und auch fliegen kann er nicht. Und ich, ich bin doch bloß hier, weil ich geglaubt hatte, Schwarzbart habe damals die Drachen in Stein verwandelt, und ich wollte sie doch retten. Damit Sato nicht mehr so allein ist!“<br />
„Ah ja“, sagte der Drache. Dann schwieg er.<br />
„Ihr Piraten seid doch wie lästige Fliegen. Inder Tat, vor langer Zeit habt ihr Menschen uns sehr übel mitgespielt. Die ihr hier um den glühenden See versammelt seht, das sind die Drachen, die damals ihr Leben ließen, um uns andere zu retten. Aus der kristallblauen See wurde eine rotglühende See, die alles mit sich in die Tiefe riß, Menschen und Drachen. Wir sind die, die all die Jahre hier unten überlebt haben. Doch selbst hierher kamen die Häscher, um uns zu jagen. Aber all die Jahre ging ich davon aus, dass die anderen Drachen sich in Sicherheit gebracht und die Insel verlassen haben?“<br />
Pia schüttelte den Kopf. „Wenigstens einer ist noch hier“, sagte sie. „Gut. Dann wollen wir uns auf die Suche nach ihm machen.“<br />
Zustimmendes Gemurmel ringsum. Pia sah erstaunt auf. Die Piraten waren stumm wie die Fische und weiß wie Kreide. Das Murmeln kam von den Drachen, die rund um den See, neben die versteinerten Drachen, getreten waren. Pia traute ihren Augen kaum. Echte, lebendige Drachen! Ihr Schuppenkleid glänzte in rot und gelb, in blau und grün, oder in braun und orange. Kleine Rauchwölkchen schwirrten durch die Luft. Pia wusste vor Staunen gar nicht, was sie sagen sollte.<br />
Sanft stupste der Drache sie an. „Übrigens, mein Name ist Eddo, du mutiges Menschenmädchen. Und da du einen Drachen deinen Freund nennst, werde auch ich dich meine Freundin nennen. Jetzt aber steige auf meinen Rücken. Wir werden diesen Ort ein für allemal verlassen.“<br />
Pia zögerte. Die Knie wurden ihr weich, und fast wäre sie herabgefallen. Eddo aber half ihr, und so saß sie bald sicher auf seinem Rücken. Die Drachen würdigten die Eindringlinge keines weiteren Blickes. So lautlos und unauffällig wie sie gekommen waren, verschwanden sie wieder.</p>
<p>Rotfuchs fand als erster seine Sprache wieder. „Donnerschlag, denen haben wir es aber gegeben!“ triumphierte er. „Die kommen gewiss nicht so schnell zurück, ja ja!“ Die Piraten schauten sich unsicher um. „Chef? Wie kommen wir hier wieder raus?“ fragte einer vorsichtig. „Na bestimmt nicht mit rumstehen und Maulaffen-feilhalten!“ brüllte Rotfuchs. „Marsch, Marsch! Durchsucht die Höhle! Irgendwo müssen die verdammten Drachen ihr Gold doch versteckt haben!“</p>
<p>Abflug<br />
Mit vereinten Drachenkräften war es ein leichtes, Sato zu befreien. Nein, die Drachen versuchten nicht, dass Gitter mit ihrem Feuer zu schmelzen – genau damit hatten die Erbauer der Falle ja gerechnet. Die Drachen hatten aus bitterer Erfahrung gelernt. Sie zogen und schoben und drückten und rückten, bis die Gitterstäbe nachgaben. Erschöpft und glücklich kletterte Sato heraus. Er war genauso fassungslos wie vor kurzem noch Pia.<br />
„Ihr &#8230; ihr seid zurückgekommen!“ stammelte er. „Du &#8230; du hast es wirklich geschafft!“ Sato konnte es kaum glauben. Wie hatte Pia, dieses kleine schwache Menschlein, das alles geschafft?<br />
Pia schüttelte den Kopf. „Mir wäre es beinahe schlimm ergangen. Wenn Eddo und die anderen nicht gewesen wären &#8230;“ Pia lief ein kalter Schauer über den Rücken. Nein, daran mochte sie wirklich nicht denken!<br />
Die Drachen wurden unruhig. „Los, los, wir müssen uns nun auf den Weg machen!“ drängte Eddo. „Aber wieso?“ fragte Sato. „Die Piraten!“ fiel Pia ein.<br />
Eddo schaute sie lange an. „Du kannst sie nicht retten. Ich kann es nicht, niemand kann es. Sie sind so versessen auf Gold und Silber, dass sie ihren eigenen Untergang wahrscheinlich gar nicht bemerken werden.“</p>
<p>Pia saß, leicht wie eine Feder, auf Eddos Schultern. Dicht hinter ihr bewegten sich ruhig und gleichmäßig die großen Drachenflügel. Sato, der ein guter Läufer aber ein schlechter Flieger war, baumelte wie eine reife Pflaume in den Pranken von zwei blau-grünen Drachen, die trotz dieser zusätzlichen Last gut vorankamen.<br />
Nun war höchste Eile geboten. Was die Drachen schon lange bemerkt hatten, wurde nun auch Pia und Sato bewusst. „Der Vulkan bricht aus!“<br />
Die Drachen erreichten die Schlucht. Erdbeben erschütterten die Insel. Dicker schwarzer Rauch stieg auf. Nun flogen die Drachen schon hoch über dem Dschungel. Pia konnte das Piratenlager sehen, dass wie ausgestorben dalag. Die &#8216;Santa Maria&#8217; lag in der Bucht vor Anker und schaukelte friedlich auf den Wellen. Die Piraten in ihrer Gier waren tatsächlich samt und sonders in die Schlucht hinabgestiegen.</p>
<p>„Wohin fliegen wir?“ rief Pia Eddo zu. Sie musste rufen, denn der Flugwind brauste in ihren Ohren, und riß die Worte mit sich. „Wir fliegen zur Dracheninsel“, antwortete Eddo. „Nanu? Aber verlassen wir denn nicht gerade die Dracheninsel?“ schrie Pia gegen die Wind an.<br />
„Du hast recht. Eine Dracheninsel liegt hinter uns. Eine andere Dracheninsel erwartet uns. Freust du dich schon darauf?“ Pia schwieg betreten.<br />
„Ja“, sagte sie dann leise. „Ja. Ich freue mich. Hauptsache, es gibt dort kein Deckschrubben und keinen Zwieback.“<br />
Eddos feine Drachenohren hatten Pias Worte wohl gehört. Er lächelte. „Nein, das Deck schrubbt man dort nicht – aber an den Zwieback wirst du dich wohl gewöhnen müssen!“<br />
Pia verzog das Gesicht, und wer wollte es ihr verdenken: das, was auf den Schiffen als Zwieback serviert wurde, hatte nichts gemein mit der sonnengelben, honigduftenden Köstlichkeit, die zurecht als das Gold der Drachen bezeichnet wird. Nur die Drachen selbst, die sagen einfach &#8216;Zwieback&#8217; dazu.</p>
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		<title>Der Schatten des Schreckens</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 18:31:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Australien herrscht ein fürchterliches Gerücht. Man erzählt sich, dass Nachts ein Monster aus der Wüste kommt. Eines Tages machte ich eine Reise dorthin. Am Tag war es normal, aber sobald die Dämmerung anbrach, kam Panik auf. Ich fragte was &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=55">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Australien herrscht ein fürchterliches Gerücht. Man erzählt sich, dass Nachts ein Monster aus der Wüste kommt. Eines Tages machte ich eine Reise dorthin. Am Tag war es normal, aber sobald die Dämmerung anbrach, kam Panik auf. Ich fragte was los war, aber alle waren damit beschäftigt ihre Fenster und Türen zu vernageln. Heute hatte ich mir vorgenommen einen Abendausflug zu machen. Es war Punkt 9.00 Uhr, da sah ich einen riesigen Schatten. Als ich wegrennen wollte, merkte ich, dass der Schatten schneller war. Danach sah ich nochmal zum Schatten und kippte ohnmächtig um. Als ich erwachte, sah ich ein Känguru. Das  sollte das Monster sein? Zum Glück hatte ich meine Kamera mit. Schnell schoss ich ein paar Beweisfotos. Als ich am nächsten Morgen den Einwohnern die Fotos zeigte, glaubten sie mir (es war ihnen auch sehr peinlich). Deshalb hörten sie auf Fenster und Türen zu vernageln und die, die es immer noch taten, wurden für verrückt erklärt.</p>
<h6><em>ENDE</em></h6>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img class="alignnone size-full wp-image-71" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" /></a></p>
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		<title>Die Wasserarena</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 18:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Unter Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[kurz und bündig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ash wollte wieder einmal einen Orden. Diesmal wollte er den Wasserorden haben. Er dachte, dass er nur Pikachu brauchte. ,,Da ist ja schon die Arena“, rief Ash. Dann sagte er: „Wer zuletzt da ist, ist ein lahmes Taubsi!“ Er rannte &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=53">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ash wollte wieder einmal einen Orden. Diesmal wollte er den Wasserorden haben. Er dachte, dass er nur Pikachu brauchte. ,,Da ist ja schon die Arena“, rief Ash. Dann sagte er: „Wer zuletzt da ist, ist ein lahmes Taubsi!“ Er rannte los und Rocko war als letzter angekommen. Doch in der Arena waren nur Garadose. „Oh nein, das schafft Pikachu nie!“ rief Ash. Da sprang ein Starmi aus dem Wasser. Ash hatte gut trainiert, doch der Arenaleiter war zu stark. Das Starmi das aus dem Wasser gesprungen war setzte eine Aquaknarre ein. Und er hatte den Orden und ein neues Pokemon.</p>
<h6>Ende</h6>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img class="alignnone size-full wp-image-71" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" /></a></p>
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		<title>Als ich ins Weltall flog</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 18:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LDrago</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Im Weltall]]></category>
		<category><![CDATA[kurz und bündig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war zu Hause. Ja, wer war zu Hause? Ich, ein Floh. Ja, Ihr denkt vielleicht ein Floh hat kein Zuhause, aber das ist jetzt auch egal. Jedenfalls bin ich ein Floh und sehe wie immer fern. Gerade kommen die &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=51">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war zu Hause. Ja, wer war zu Hause? Ich, ein Floh. Ja, Ihr denkt vielleicht ein Floh hat kein Zuhause, aber das ist jetzt auch egal. Jedenfalls bin ich ein Floh und sehe wie immer fern. Gerade kommen die Flohnachrichten. Sie berichten gerade von dem ersten Floh, der ins Weltall geflogen war. Ich dachte, ich fliege auch mal hin, aber nur im Traum. Ich schlief schnell ein. Im Traum war ich ein Astronaut der von Planet zu Planet flog. Ich flog vom Saturn zum Jupiter, zum Merkur, zum Pluto und zur Venus. Das war schön.</p>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_kompass.png"><img class="alignnone size-full wp-image-72" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_kompass.png" alt="ldrago" width="59" height="59" /></a></p>
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		<title>Das schöne Evoli</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 18:24:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[An Land]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[kurz und bündig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ash und seine Freunde gingen einkaufen. Und als sie wieder raus kamen, machten sie eine  Entdeckung. Da sahen sie ein Evoli. Rocko sagte sofort: „Das muss ich mir fangen und einem Mädchen schenken, dann wird sie mich lieben.“ Dann wollte &#8230; <a href="http://ostsee-undine.de/leseland/?p=45">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ash und seine Freunde gingen einkaufen. Und als sie wieder raus kamen, machten sie eine  Entdeckung. Da sahen sie ein Evoli. Rocko sagte sofort: „Das muss ich mir fangen und einem Mädchen schenken, dann wird sie mich lieben.“ Dann wollte er einen Superball werfen. Doch dann rief Ash plötzlich: „Halt!“ Rocko hält den Ball fest. „Seht mal, da ist ein Halsband um den Hals“, sagte Ash. Da kam ein Trainer der sagte:  „Danke, ihr habt mein Evoli gefunden.“ Er schenkte Ash, Rocko und Misty einen Meisterball als Belohnung. Das Evoli freute sich und sagte: „Evoli.“</p>
<h6>Ende</h6>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img class="alignnone size-full wp-image-71" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" /></a></p>
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		<title>Im Winter</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 14:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[An Land]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[kurz und bündig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich stand dort im Wald da war ein Eichhörnchen satt es ließ die Nuss da]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stand dort im Wald</p>
<p>da war ein Eichhörnchen satt</p>
<p>es ließ die Nuss da</p>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img class="alignnone size-full wp-image-71" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" /></a></p>
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		<title>Gelb</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 14:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dragos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[In der Luft]]></category>
		<category><![CDATA[kurz und bündig]]></category>

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		<description><![CDATA[die Sonne wärmt vom Himmel viele mögen sie sehr leuchtend]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>die Sonne</p>
<p>wärmt vom Himmel</p>
<p>viele mögen sie sehr</p>
<p>leuchtend</p>
<p><a href="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png"><img class="alignnone size-full wp-image-71" src="http://ostsee-undine.de/leseland/wp-content/uploads/2011/01/icon_stern.png" alt="dragos" width="60" height="61" /></a></p>
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